Mit einem deutlichen Preisnachlass gegenüber den Vorabwerten schickt BYD das neue Flaggschiff seiner Premiummarke ins Rennen. Am Mittwoch startete der chinesische Konzern den offiziellen Verkauf der Elektrolimousine Denza Z9S auf dem Heimatmarkt. Der Schritt unterstreicht die aggressive Preispolitik im hart umkämpften chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge der gehobenen Mittelklasse.
Kampfansage im Premiumsegment
Für den Denza Z9S ruft der Hersteller Preise zwischen 255.800 und 325.800 RMB auf. Medienberichten zufolge liegt der Einstiegspreis damit um 64.000 RMB unter dem Niveau, das im Vorverkauf angesetzt worden war. Technisch wartet das Modell mit einer Reichweite von bis zu 1.100 Kilometern nach dem chinesischen Testzyklus CLTC auf.
Der kräftige Abschlag zum Verkaufsstart verdeutlicht, wie intensiv die Hersteller in China um Marktanteile ringen. BYD versucht, den Druck auf etablierte Konkurrenten hochzuhalten und gleichzeitig Marktanteile im margenstärkeren Segment abzusichern.
Flankiert wird der Markenauftritt durch Marketingkooperationen: Am 17. September vereinbarte das Unternehmen eine Verlängerung der strategischen Partnerschaft mit Mediawan, in deren Rahmen Fahrzeuge von BYD und Denza im Film „Call My Agent!“ zu sehen sind.
Nutzfahrzeuge und Ausbau der Infrastruktur
Gleichzeitig baut der Konzern sein Geschäft abseits des reinen Pkw-Marktes weiter aus. Am 14. September präsentierte die Nutzfahrzeugsparte auf der IAA Transportation ihr Angebot für den europäischen Markt. Als Spitzenmodell fungiert dort die schwere E-Zugmaschine ETT 44, die über bis zu 1.000 PS Leistung, 600 Kilometer Reichweite und eine 651 Kilowattstunden fassende Blade-Batterie verfügt.
Parallel treibt der Konzern das eigene Ladenetz zügig voran. Am Donnerstag nahm BYD an der Raststätte Baoying in Yangzhou seine 2.000ste Autobahn-Schnellladestation in Betrieb. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua summiert sich die Infrastruktur des Herstellers inzwischen auf 11.586 Schnellladestationen in 341 Städten.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse spiegeln sich die operativen Schritte bislang kaum in Kursgewinnen wider. Am Freitag gab das Papier um 0,8 Prozent nach und beendete den Handel bei 8,84 Euro.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang damit auf 17 Prozent, während der Kurs weiterhin rund 29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Die Zurückhaltung der Investoren reflektiert den anhaltenden Margendruck, dem die gesamte Branche durch die Preissenkungen in China ausgesetzt ist.
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