Die EU und China haben sich im Handelsstreit auf eine Drosselung chinesischer Hybridauto-Exporte nach Europa verständigt. Für BYD ist das ein heikler Punkt: Der Konzern gewinnt in Europa gerade stark Marktanteile, auch dank aggressiver Rabatte.
Was vereinbart wurde
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic erklärte nach Gesprächen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao in Peking, die Lieferungen von Hybrid- und Plug-in-Hybridautos in die EU könnten um mehr als die Hälfte zurückgehen. Über vier Jahre sollen es „einige Millionen Fahrzeuge“ weniger sein. Beide Seiten halten die Vereinbarung für WTO-konform. Die chinesische Erklärung nannte zunächst keine Details.
Das Segment ist groß. Im August waren mehr als 44 Prozent der neu zugelassenen Autos in der EU Hybride oder Plug-in-Hybride. Zuletzt stammte nach Angaben aus der Branche jeder dritte in Europa verkaufte Plug-in-Hybrid von chinesischen Herstellern. Experten sprechen von einem Preiskrieg, den Hersteller wie BYD mit kräftigen Rabatten befeuern.
Der Hybrid-Punkt war nur einer von 16 in der gemeinsamen Erklärung. Beide Seiten wollen zudem nach Wegen suchen, Zölle für bestimmte Güter zu senken. Bei Exportkontrollen und seltenen Erden gab es kleinere Schritte.
Reaktionen und Rückenwind
Der Verband der Automobilindustrie nannte die Einigung ein erstes positives Signal, eine Bewertung sei aber erst mit den konkreten Inhalten möglich. Der SPD-Europapolitiker Bernd Lange sprach von ersten Fortschritten, aber nicht von einem zentralen Durchbruch.
Dass BYD in Europa wächst, zeigen die jüngsten Zulassungsdaten. Chinas Hersteller steigerten ihren Marktanteil bei Elektroautos in Deutschland im September auf einen Rekordwert von 8,4 Prozent. BYD verkaufte hierzulande fast doppelt so viele Autos wie ein Jahr zuvor. EY-Experte Constantin Gall sieht Lücken im Einstiegs- und Volumensegment der etablierten Hersteller.
Parallel erhöhen Deutschland und Frankreich den Druck. Nach einem informellen Diskussionspapier für den anstehenden EU-Gipfel soll die EU-Kommission notfalls binnen weniger Tage Handelsbeschränkungen einleiten können. Die BYD-Aktie legte am Freitag zeitweise rund 4 Prozent zu. Die Anleger scheinen die Folgen der Einigung demnach gelassen zu sehen.
Wie es weitergeht
Die Ergebnisse gehen nun an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Mitgliedstaaten, die final entscheiden. Im Januar ist ein weiteres Treffen per Videoschalte geplant, die dritte Runde der Handels- und Investitionsberatungen soll im März tagen. Erst dann dürfte klar werden, wie stark die Quoten BYDs Europa-Geschäft tatsächlich treffen.
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