Bei Bitcoin kommt die institutionelle Nachfrage derzeit aus unterschiedlichen Richtungen: US-Spot-ETFs verzeichneten am Montag kräftige Nettozuflüsse, zugleich meldeten Unternehmen weitere Käufe. Die gestern veröffentlichten ETF-Zahlen zeigen allerdings keine einheitliche Bewegung.
Während BlackRocks IBIT deutlich Kapital anzog, verzeichneten Produkte von Fidelity und Grayscale Abflüsse. Für Anleger ist deshalb nicht nur die Gesamtsumme entscheidend, sondern auch deren Zusammensetzung.
Hoher Zufluss mit deutlichen Gegengewichten
Medienberichten zufolge flossen den US-Spot-Bitcoin-ETFs am Montag netto 526,7 Millionen Dollar zu. Das war der stärkste Tageszufluss seit dem 22. September. Allein auf BlackRocks IBIT entfielen 665,2 Millionen Dollar.
Damit lag der Zufluss dieses einzelnen Produkts über dem Nettoergebnis der gesamten Produktgruppe. Abflüsse beim Fidelity-Fonds FBTC und bei Grayscales GBTC wirkten ihm teilweise entgegen. Der starke Gesamtwert belegt somit einen positiven Kapitalzufluss, aber keine gleichgerichtete Nachfrage nach allen genannten Produkten.
Zusätzlich hat BlackRock einen Antrag für den geplanten iShares Bitcoin Managed Protection ETF bei der SEC eingereicht. Wie gestern berichtet wurde, soll das Produkt eine nach oben begrenzte Beteiligung an IBIT oder einer vergleichbaren Bitcoin-Anlage ermöglichen und zugleich Schutz vor Verlusten anstreben.
Für die Einordnung ist die Trennung wichtig: Die Zuflüsse betreffen bestehende Spot-Produkte. Der neue Antrag beschreibt dagegen ein geplantes Angebot mit einem anderen Chancen-Risiko-Profil. Eine Genehmigung liegt damit nicht vor, und der angestrebte Verlustschutz ist keine Zusage für den Bitcoin-Markt insgesamt.
Unternehmenskäufe ergänzen die ETF-Nachfrage
Auch außerhalb der Fondsprodukte gab es neue Kaufmeldungen. Strategy teilte am Montag in einer SEC-Pflichtmitteilung mit, 267 Bitcoin für 22,1 Millionen Dollar erworben zu haben. Der Bestand erreichte damit zum Sonntag 848.517 Bitcoin.
Diese Käufe ergänzen das Bild der ETF-Ströme, sind aber davon getrennt zu betrachten. Unternehmenskäufe und Fondsflüsse beschreiben unterschiedliche Zugänge zu Bitcoin. Sie sollten deshalb nicht zu einer gemeinsamen Nachfragekennzahl vermischt werden.
Strive meldete ebenfalls am Montag per SEC-Pflichtmitteilung den Erwerb von 1.223 Bitcoin. Damit stieg der eigene Bestand auf 36.818 Bitcoin.
Die Meldungen zeigen damit konkrete Käufe sowohl über Fondsprodukte als auch durch Unternehmen. Ihre Aussagekraft hat dennoch Grenzen: Die ETF-Bilanz umfasst gegenläufige Bewegungen, die Unternehmenskäufe sind einzelne Transaktionen. Eine dauerhaft breite Nachfrage lässt sich daraus noch nicht ableiten. Entscheidend bleibt, ob sich die positiven Nettozuflüsse fortsetzen und auf mehr Produkte verteilen.
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