Bitcoin rutscht unter 82.000 Dollar, und in Deutschland rückt parallel ein steuerlicher Stichtag näher. Zwei Entwicklungen, die Anleger gleichzeitig beschäftigen dürften.
Verkaufswelle mit Liquidationen
Die größte Kryptowährung fiel am Montagabend (US-Zeit) um 2,8 Prozent auf rund 81.400 Dollar. Am Tag zuvor hatte sie noch bei etwa 84.200 Dollar notiert. Ether verlor 4,6 Prozent, Solana 7,5 Prozent, XRP 6,4 Prozent. Zcash gab als schwächster Wert der Top 10 gut 10 Prozent nach.
Binnen 24 Stunden wurden Positionen im Volumen von 771 Millionen Dollar zwangsliquidiert, der Großteil davon Long-Wetten. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da die Daten nur öffentlich verfügbare Informationen erfassen.
Analysten nennen mehrere Gründe: hohe Anleihenrenditen, ein stärkerer Dollar und Vorsicht vor wichtigen US-Inflationsdaten. Hinzu kommen Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs in den USA. Sie lagen vergangene Woche bei 681,1 Millionen Dollar, der schwächste Wert seit Ende Juni.
Zusätzlich belastete der Einbruch am südkoreanischen Aktienmarkt: Der Kospi gab am Dienstagmorgen zeitweise gut 6 Prozent nach. Bitmine-Chairman Tom Lee sieht darin eine mögliche Ansteckung für Krypto.
Ein Käufer blieb aktiv. Strategy erwarb zwischen dem 5. und 11. Oktober weitere 250 Bitcoin für rund 21,5 Millionen Dollar, im Schnitt zu 86.194 Dollar. Diese Zukäufe liegen damit klar über dem aktuellen Kurs. Arctic Digital spricht von einer Neujustierung und möglicherweise einer neuen Unterstützungszone, nicht von einer Entwertung des Bodens.
Steuerreform: Kabinett am 14. Oktober
In Deutschland befasst sich das Bundeskabinett am 14. Oktober mit dem Gesetzentwurf zur Krypto-Besteuerung. Bitcoin, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden, sollen unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig sein. Es würde die Abgeltungsteuer gelten wie bei Aktien. Für Altbestände bleibt es bei der bisherigen Jahresfrist.
Ab 2028 sollen inländische Plattformen die Steuer direkt einbehalten. Heikel ist eine Detailregel: Lassen sich die Anschaffungskosten nicht belegen, würden pauschal 50 Prozent des Erlöses besteuert. Kritiker wie Frank Schäffler sehen den Standort Deutschland beschädigt, das Ministerium erwartet langfristig nur rund 350 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr.
Das Kabinett kann den Entwurf billigen, ändern oder vertagen. Selbst bei Zustimmung folgen noch Bundestag und Bundesrat. Zudem lag am Montag eine Petition mit gut 44.000 Mitzeichnungen für den Erhalt der Haltefrist im Petitionsausschuss.
Sicherheit: Manipulierte Ledger-Wallets
Obendrein sorgt ein Sicherheitsfall für Unruhe. Über manipulierte Ledger-Hardware-Wallets sollen Kriminelle rund 90 Millionen Dollar erbeutet haben. Ein Nutzer in Deutschland will ein verstecktes Implantat entdeckt haben.
Konkret wird es am Mittwoch: Dann zeigt sich, ob der Entwurf mit Stichtag 31. Dezember 2026 und der 50-Prozent-Pauschale durchs Kabinett geht.
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