Ein kanadisches Biotech-Unternehmen will den billionenschweren Markt für Gewichtsverlusttherapien umkrempeln. Nicht mit Spritzen, sondern mit einem dünnen Film unter der Zunge.
Bionxt Solutions entwickelt sublinguale Wirkstofffilme – eine Alternative zu den injizierbaren GLP-1-Blockbustern von Novo Nordisk. Das Semaglutid-Präparat löst sich im Mund auf, die Nadel entfällt.
Das Ziel: bessere Patientencompliance.
Das Problem: die nackten Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2024 weist Bionxt einen Nettoverlust von 5,31 Millionen kanadischen Dollar aus. Bei Erlösen von gerade einmal 26.990 CAD.
Der Wettbewerb schläft nicht
Die Dringlichkeit für neue Darreichungsformen zeigt ein Blick auf die Konkurrenz. Dr. Reddy’s verschob am Donnerstag die kommerzielle Lieferung von generischem Semaglutid auf November 2026. Der Grund: API-Qualitätsprobleme beim Scale-up.
Parallel dazu treiben die Branchenriesen ihre Forschung voran. Novo Nordisk testet mit einem Partner ein Langzeit-Implantat, das bis zu einem Jahr wirken soll. Eli Lillys orforglipron übertraf in Phase-3-Studien die Wirksamkeit bestehender oraler Semaglutid-Varianten.
Der Kampf um die nächste Generation der Adipositas-Therapien ist also voll entbrannt.
Kursrutsch und hohe Volatilität
Die Bionxt-Aktie legte am Donnerstag um 1,93 Prozent auf 0,21 Euro zu. Eine Erholung auf niedrigem Niveau. Erst zwei Tage zuvor markierte das Papier mit 0,19 Euro ein 52-Wochen-Tief.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 47,25 Prozent. Der RSI von 43,4 signalisiert leichte Unterkühlung – aber keinen überverkauften Zustand. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 75 Prozent.
Anleger wägen das Potenzial der Filmtechnologie gegen eine Marktkapitalisierung von rund 24,8 Millionen Euro ab. Ob die sublinguale Plattform den Durchbruch schafft, wird sich an klinischen Daten und möglichen Lizenzpartnern entscheiden – nicht am Mittwochsschlusspreis.
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