Die Aktie von BioNTech verzeichnete am Freitag ein Kursplus von 5,4 Prozent auf 86,50 Euro. Für die Aufwärtsbewegung sorgte ein spürbarer Impuls im gesamten Biotech- und Impfstoffsektor. Auslöser waren Berichte über eine geplante öffentlich-private Forschungsinitiative zur Entwicklung von Krebsimpfstoffen der US-Gesundheitsbehörde NIH, die im Dezember starten soll.
Wie die New York Times berichtete, soll sich das Vorhaben der NIH zunächst auf Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Darmkrebs sowie ausgewählte pädiatrische Tumore konzentrieren. Die Aussicht auf eine staatlich geförderte Zusammenarbeit beflügelte mehrere Branchenwerte gleichzeitig. Für das Mainzer Unternehmen, dessen eigener Schwerpunkt auf neuartigen Onkologie-Therapien liegt, wirkte dieses Marktumfeld stützend.
Analysten reagieren auf Portfolio-Bereinigung
Gleichwohl blickt die Wall Street differenziert auf das Unternehmen. Am Freitag senkte Analystin Tazeen Ahmad von der Bank of America das Kursziel für BioNTech auf $114 nach zuvor $122, behielt ihre Einstufung jedoch bei „Buy“. Grund für die Anpassung war die Streichung von melanoma FixVac sowie des adjuvanten Darmkrebs-Programms iNeST aus dem Bewertungsmodell nach der Einstellung dieser Entwicklungsprojekte.
Die Streichung einzelner Wirkstoffkandidaten verdeutlicht die Risiken im Bereich der klinischen Krebsforschung. Für Anleger verschiebt sich der Fokus damit noch stärker auf die verbleibenden Studien und Plattformansätze des Mainzer Unternehmens, da Rückschläge in fortgeschrittenen Phasen direkte Spuren in den Bewertungsmodellen der Branchenexperten hinterlassen.
Eine ähnliche Tendenz zeigte sich bei Morgan Stanley. Analyst Terence Flynn bestätigte am 7. Oktober die Einstufung „Overweight“, passte das Kursziel für das Papier jedoch auf $114 von zuvor $115 an. Ein weiteres Analysehaus stufte die Aktie am selben Tag neutral ein. Trotz der reduzierten Kursmarken überwiegt bei den großen Häusern damit weiterhin eine positive Grundhaltung.
Aktienverkäufe über Handelspläne
Neben den klinischen und analystenseitigen Entwicklungen standen auch Transaktionen aus der Führungsetage im Raum. BioNTech-CEO Ugur Sahin veräußerte Stammaktien über einen vorab festgelegten Handelsplan gemäß Rule 10b5-1. Solche Vereinbarungen dienen Führungskräften dazu, Aktienverkäufe unabhängig von kurzfristigen Kursbewegungen und über längere Zeiträume gestaffelt abzuwickeln.
Mit dem jüngsten Kursanstieg beläuft sich das Plus der BioNTech-Aktie seit Jahresanfang auf 6,3 Prozent. Der weitere Verlauf dürfte vor allem davon geprägt sein, wie zügig die verbleibende Pipeline voranschreitet und welche Impulse der geplante Start der US-Krebsinitiative zum Jahresende für die Branche liefert.
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