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Symbolbild, KI-generiert

BioNTech Aktie: Die Patentkeule!

Vier Produktionsstätten sollen bis Ende 2028 schließen; BioNTech strebt dadurch ab 2029 jährliche Einsparungen von 500 Millionen Euro an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Standorte in vier Städten zur Schließung vorgesehen
  • Bis zu 1.860 Arbeitsplätze betroffen
  • Jährliche Kostensenkungen von 500 Millionen Euro angepeilt
  • US-Patentverfahren gegen BioNTech werden fortgesetzt

Das Mainzer Biotechnologieunternehmen BioNTech befindet sich in einer tiefgreifenden Umbauphase. Nachdem die Nachfrage nach Impfstoffen im Vergleich zu den Hochphasen der Pandemie zurückgegangen ist, passt das Unternehmen seinen weltweiten Fertigungsapparat an veränderte Marktbedingungen an.

Da sich nach Unternehmensangaben keine Käufer für die betroffenen Liegenschaften fanden, sollen vier Standorte endgültig aufgegeben werden. Neben dem Werk in Singapur sind die drei deutschen Standorte in Tübingen, Marburg und Idar-Oberstein von den Schließungsplänen betroffen.

Mit den Werksschließungen ist ein drastischer Stellenabbau verbunden. Bis zu 1.860 Arbeitsplätze stehen bei dem Vorhaben auf dem Spiel. Die Stilllegungen sollen nicht auf einen Schlag, sondern gestaffelt bis Ende 2028 erfolgen.

Hintergrund der Einschnitte sind nicht ausgelastete Produktionslinien im mRNA-Bereich sowie eine strategische Verlagerung der Prioritäten. BioNTech richtet seine Ressourcen zunehmend auf klinische Programme in der Onkologie aus, um dort neue Therapieansätze voranzutreiben.

Hohe Sparziele und Gegenwind aus den Betrieben

Der verkleinerte Produktionsapparat soll die Kostenbasis spürbar entlasten. Durch die Neuordnung der Fertigung peilt das Management bis 2029 jährliche Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro an.

An den betroffenen Standorten lösten die Ankündigungen Bestürzung aus. Der Betriebsratsvorsitzende in Idar-Oberstein schilderte, die Beschäftigten seien von der Entscheidung schockiert gewesen. Zudem kritisierte die Arbeitnehmervertretung die fehlende Einbindung des Betriebsrats im vorangegangenen Verkaufsprozess. Eine Anfrage zu den Vorwürfen ließ das Unternehmen vor Veröffentlichung der Berichte unbeantwortet.

Vor gut einer Woche rückten zudem Anteilsverkäufe aus der Führungsetage in den Fokus. Vorstandschef Ugur Sahin veräußerte über einen vorab eingerichteten Handelsplan nach Rule 10b5-1 zwei Tranchen von 34.000 und 32.000 Stammaktien. Bei solchen Transaktionsplänen werden Verkaufszeitpunkte und Volumina mit zeitlichem Vorlauf fest vereinbart.

Offene Patentklagen und gedämpfte Marktstimmung

Zusätzliche Belastungen drohen dem Unternehmen auf juristischem Parkett. Vor gut einer Woche wies ein US-Bundesrichter die Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna zurück, Patentverletzungsklagen abzuweisen.

Die Klagen wurden von Bayer CropScience LLC, Monsanto Company sowie Monsanto Technology LLC eingereicht und betreffen Patente im Bereich der mRNA-Technologie. Damit werden die Gerichtsverfahren fortgesetzt, was die rechtliche Unsicherheit weiter verlängert.

Die Gemengelage aus Standortschließungen, rechtlichen Streitigkeiten und strategischem Wandel spiegelt sich auch im Kursverlauf wider. Die BioNTech-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 86,10 Euro. Damit notiert das Wertpapier 19 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro.

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