Startseite » Gesundheit » BioNTech Aktie: 1.860 Stellen fallen weg
Symbolbild, KI-generiert

BioNTech Aktie: 1.860 Stellen fallen weg

BioNTech beendet die Eigenfertigung an mehreren Standorten und erwartet ab 2029 jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schließungen betreffen drei deutsche Werke
  • Bis zu 1.860 Stellen sind betroffen
  • Pfizer übernimmt die gesamte Impfstoffherstellung
  • Jährlich rund 500 Millionen Euro Einsparungen ab 2029

Das Mainzer Unternehmen BioNTech trennt sich endgültig von weiten Teilen seiner Produktionsinfrastruktur für COVID-19-Vakzine. Da die Suche nach industriellen Käufern für mehrere Fabriken erfolglos blieb, werden die Werke in Tübingen, Marburg und Idar-Oberstein schrittweise geschlossen. Betroffen von den Restrukturierungsmaßnahmen sind bis zu 1.860 Stellen. Die Herstellung des Corona-Impfstoffs wird vollständig an den Partner Pfizer übertragen.

Werksschließungen und Einsparungen ab 2029

Die Stilllegung der drei deutschen Standorte soll nach Angaben des Unternehmens gestaffelt erfolgen. Für Tübingen ist das Betriebsende für Ende 2027 terminiert. Das Werk in Marburg folgt Anfang 2028, während die Fertigung in Idar-Oberstein Ende 2028 auslaufen soll.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters fällt auch ein Standort in Singapur unter die Maßnahmen. Mit den Betriebsräten wurden Vereinbarungen über sozialverträgliche Regelungen und zusätzliche Abfindungen getroffen. Die Berliner Tochtergesellschaft JPT Peptide Technologies mit rund 130 Beschäftigten wurde hingegen an Dubag veräußert.

Hintergrund der Werksschließungen sind anhaltende Überkapazitäten und eine deutlich abgekühlte weltweite Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen. Das veränderte Investitionsumfeld verhinderte den erhofften Weiterverkauf der Anlagen an Auftragsfertiger.

Durch den Rückzug aus der Eigenproduktion peilt das Management eine signifikante Entlastung der Kostenstruktur an: Ab dem Jahr 2029 rechnet BioNTech mit wiederkehrenden jährlichen Einsparungen von rund 500 Millionen Euro.

Die frei werdenden Mittel sollen konsequent in die klinische Entwicklung von Krebsmedikamenten fließen. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung will das Management seine Ressourcen bündeln und die Abhängigkeit von pandemischen Erlösen abbauen.

Rote Zahlen und anstehender Führungswechsel

Der finanzielle Druck auf das Unternehmen hat sich zuletzt merklich erhöht. Im ersten Halbjahr 2026 wies BioNTech einen Nettoverlust von 1,35 Milliarden Euro aus, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Minus von 802,4 Millionen Euro angefallen war.

Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung belasten die Bilanz derzeit schwer. Gleichwohl verfügte das Unternehmen per Ende Juni über liquide Mittel und Wertpapiere von rund 16,6 Milliarden Euro. An der Börse schloss die Aktie gestern bei 87,25 Euro.

Parallel zum strukturellen Umbau steht ein grundlegender Generationswechsel an der Konzernspitze bevor. Die beiden Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci planen, BioNTech spätestens bis zum Ende des Jahres 2026 zu verlassen, um ein neues Unternehmen aufzubauen. Die Führung soll spätestens zum 1. Februar 2027 an Oelkers übergehen, der die Umsetzung der Onkologie-Strategie verantworten wird.

Juristischer Dämpfer in den USA

Zusätzliche Belastungen drohen an der Patentfront. Ein Bundesrichter im US-Bundesstaat Delaware lehnte gestern einen Antrag von Pfizer, BioNTech und Moderna ab, Patentklagen von Bayer und Monsanto abzuweisen.

Der Streit dreht sich um mRNA-Stabilisierungstechniken, die Bayer zufolge ursprünglich in den 1980er-Jahren für die Pflanzenforschung entwickelt wurden. Das Gericht entschied, dass in diesem frühen Verfahrensstadium weder eine Patentungültigkeit noch eine Nichtverletzung hinreichend belegt seien, womit das Verfahren fortgeführt wird.

Anzeige

BioNTech-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BioNTech-Analyse vom 29. September liefert die Antwort:

Die neusten BioNTech-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BioNTech-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BioNTech: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BioNTech

Redaktion Kapitalmarktexperten

Unter „Redaktion Kapitalmarktexperten“ erscheinen Beiträge, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Themenauswahl, Quellen und die redaktionellen Regeln verantwortet die Redaktion; verantwortlich im Sinne des § 18 Abs. 2 MStV ist Dr. Robert Sasse. Hinweise und Korrekturen: kapitalmarktexperten.de/korrekturen/