Am 1. Oktober vollzog die Konzerntochter BayWa r.e. den Verkauf des bayerischen Solarprojekts „Gresselgrund“ an iAccess Energy. Die Photovoltaikanlage verfügt über eine Nennleistung von 22 Megawatt-Peak. Parallel dazu modernisierte der Konzern gemeinsam mit der AGRAVIS Raiffeisen AG die Landtechnik-Auktionsplattform ab-auction. Zum Relaunch des Handelsplatzes waren weltweit rund 35.000 Nutzer registriert.
Mit diesen Schritten setzt die Unternehmensführung gezielte Impulse im operativen Geschäft und treibt vereinbarte Portfoliobereinigungen voran. In den Kernbereichen Agrar und erneuerbare Energien demonstriert das Unternehmen damit Handlungsfähigkeit, um bestehende Kooperationen und Projekte trotz der angespannten Gesamtlage fortzuführen.
Sanierungsplan verlangt Zugeständnisse der Gläubiger
Die operative Weiterentwicklung steht unter dem Eindruck einer grundlegenden finanziellen Neuordnung. Vor rund zwei Wochen verständigte sich die BayWa AG mit 267 von 268 beteiligten Finanzierungspartnern sowie ihren beiden Großaktionären auf die Eckpunkte einer angepassten Sanierungsvereinbarung.
Vorgesehen ist ein weitreichender Schnitt beim Fremdkapital: Die Gläubiger der Hybridanleihe sollen nahezu das gesamte Nominalvolumen sowie sämtliche aufgelaufenen Zinsansprüche entschädigungslos aufgeben.
Für die betroffenen Gläubiger bedeutet dieser geplante Schritt einen faktischen Totalverlust ihrer Forderungen. Das koordinierte Vorgehen mit Banken und Kernaktionären sichert dem Konzern zwar den notwendigen zeitlichen Handlungsspielraum. Gleichzeitig verdeutlicht die Härte der Maßnahmen das Ausmaß der Schieflage, die tiefgreifende Einschnitte im gesamten Kapitalgefüge erforderlich macht.
Verzögerte Finanzberichte und verhaltener Börsenwert
Die Neuordnung der Finanzen führt auch zu weitreichenden Verschiebungen im Berichtswesen. Nach zwei gesetzlichen Pflichtmitteilungen soll der Jahresfinanzbericht für das Jahr 2025 am 22. Dezember vorgelegt werden. Die Veröffentlichung des darauf folgenden Halbjahresberichts ist für den 26. Februar 2027 angekündigt.
Für Marktteilnehmer verlängert sich dadurch die Phase der Unsicherheit über die Ertrags- und Verschuldungslage. Solange testierte Zahlen fehlen, bleibt die fundamentale Bewertung des Unternehmens mit erheblichen Risiken verbunden. Verlässliche Bilanzen werden erst im weiteren Verlauf der Sanierung vorliegen.
Am Aktienmarkt preisen Anleger die anhaltenden Restrukturierungsrisiken ein. Am Freitag ging die Aktie bei 2,48 Euro aus dem Handel. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate summierte sich der Kursrückgang auf 45 Prozent. Der Börsenwert des Münchener Unternehmens beziffert sich damit auf 241,30 Millionen Euro.
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