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BASF Aktie: RAG-Stiftung hält den Schlüssel

Evonik lehnte formelle Gespräche zum kolportierten BASF-Angebot ab; die RAG-Stiftung hält rund 44 Prozent der Anteile.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BASF soll 22,15 Euro je Aktie geboten haben
  • Evonik öffnete keine Bücher zur Prüfung
  • RAG-Stiftung besitzt rund 44 Prozent
  • BASF könnte ein höheres Angebot erwägen

Ein Gebot, das eigentlich stattlich klingt, reicht Evonik nicht einmal für den Einstieg in ernsthafte Gespräche. BASF soll 22,15 Euro je Aktie geboten haben — fast 23 Prozent über dem Schlusskurs vom vergangenen Donnerstag. Zu wenig, wie der Essener Spezialchemiekonzern dem Vernehmen nach klarmachte: keine formellen Verhandlungen, keine Öffnung der Bücher für eine Due-Diligence-Prüfung.

Evonik hatte zuvor lediglich bestätigt, von BASF angesprochen worden zu sein, betonte aber stets, dass keine konkreten Gespräche liefen. An dieser Einschätzung scheint sich wenig geändert zu haben. Evonik notierte zuletzt bei 19,73 Euro und damit weiterhin deutlich unter dem kolportierten Angebotspreis — ein Hinweis darauf, dass der Markt selbst an eine Nachbesserung noch nicht recht glaubt.

Ludwigshafen lässt sich die Tür offen

BASF gibt sich trotz der Abfuhr gesprächsbereit. Ein Sprecher des Konzerns erklärte, eine Übernahme „würde die Kerngeschäfte der BASF stärken und ergänzen“, man wolle dabei aber diszipliniert vorgehen. Zugleich machte der Konzern deutlich, dass sich mögliche Synergien nur mit Evonik gemeinsam belastbar bewerten lassen — ein Satz, der auf weitere Annäherungsversuche hindeutet, ohne sie zu versprechen.

Im Hintergrund soll BASF sich schon seit mehreren Monaten mit Beratern über das Szenario einer Evonik-Übernahme beschäftigt haben. Strategisch ergibt der Schritt Sinn: Evonik würde dem Ludwigshafener Konzern zusätzliche Produkte und Marktpositionen im Bereich Spezialchemie bringen, einem Segment mit höheren Margen als im klassischen Grundstoffgeschäft.

Am Aktienkurs von BASF zeigte sich die Zurückweisung bislang kaum. Das Papier notierte zuletzt leicht im Plus — Anleger scheinen die Meldung eher als Zwischenstand in einem längeren Prozess zu werten als als gescheiterten Deal.

RAG-Stiftung als eigentlicher Entscheider

Wer über den Ausgang des möglichen Milliardendeals wirklich bestimmt, sitzt nicht im Evonik-Vorstand, sondern bei der RAG-Stiftung. Sie hält rund 44 Prozent der Evonik-Anteile und dürfte am Ende maßgeblich mitentscheiden, ob und zu welchem Preis ein Verkauf infrage kommt. Für BASF stellt sich damit die Frage, ob der Konzern nachlegt oder abwartet, bis sich die Fronten bewegen.

Ein Scheitern ist das bisherige Signal noch nicht. Es ist eher der Auftakt zu einem Preispoker, bei dem beide Seiten ihre Verhandlungsposition austesten. Wie hoch BASF bereit ist zu gehen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, sobald aus den bislang informellen Sondierungen entweder ein nachgebessertes Angebot oder ein endgültiges Nein wird.

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Diskussion zu BASF

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.