Zinsanstieg dämpft die Stimmung am Wohnungsmarkt
Neue Belastungen am britischen Finanzierungsmarkt haben zu Wochenbeginn die Aktien der führenden Wohnungsbauunternehmen unter Druck gesetzt. Im deutschen Handel fiel das Papier von Barratt Redrow gestern um 2,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 3,70 Euro. Auslöser der verhaltenen Stimmung waren frische Branchendaten zu den Finanzierungskosten für Immobilienkäufer, die den gesamten Sektor in London belasteten.
Der durchschnittliche Zinssatz für neue britische Festhypotheken mit fünfjähriger Laufzeit kletterte laut Moneyfacts auf glatt 6 Prozent. Dies markiert den höchsten Stand seit September 2023. Parallel dazu erreichten zweijährige Festzinsvereinbarungen mit 5,98 Prozent den höchsten Wert seit Dezember 2023. Innerhalb kurzer Zeit verschwanden damit fast 1.500 Finanzierungsangebote mit Zinssätzen von unter fünf Prozent aus den Marktübersichten. Große Kreditinstitute wie Barclays, HSBC und Lloyds hatten ihre Konditionen im Vormonat mehrfach angehoben.
Für Baukonzerne wie Barratt Redrow bedeuten die steigenden Zinsen eine anhaltende Hürde für potenzielle Käufer. Nach Berechnungen der Bank of England müssen bis Ende 2028 gut fünf Millionen britische Haushalte mit spürbar höheren Monatsbelastungen bei ihren Anschlussfinanzierungen kalkulieren.
Marktbeobachter werten die nachlassende Erschwinglichkeit von Wohneigentum neben Baukosteninflation und Planungsverzögerungen als maßgeblichen Unsicherheitsfaktor für das Neugeschäft.
Aktienrückkauf läuft weiter
Dem schwierigeren Marktumfeld begegnet der Konzern weiterhin mit aktiven Kapitalmaßnahmen. Barratt Redrow treibt das im Sommer angekündigte Rückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von 386 Millionen Pfund stetig voran. Über das Bankhaus Barclays erwarb das Unternehmen zuletzt zwischen Ende September und Anfang Oktober weitere 1.869.355 eigene Anteile an der London Stock Exchange zur anschließenden Einziehung.
Durch die jüngsten Zukäufe summieren sich die im Zuge des Programms vernichteten Papiere auf mehr als 27 Millionen Stück. Die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien und Stimmrechte reduzierte sich dadurch auf 1.383.490.087, während das Unternehmen keine eigenen Anteile im Bestand hält. Diese kontinuierliche Verringerung der Aktienbasis stützt den rechnerischen Gewinn je Anteilsschein.
Mit dem jüngsten Kursrückgang notiert die Aktie rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Kursabschläge betrafen zu Wochenbeginn allerdings nicht nur Barratt Redrow. Auch andere an der Londoner Börse gelistete Wohnungsbauunternehmen wie Taylor Wimpey und die Berkeley Group schlossen den gestrigen Handelstag mit Verlusten ab.
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