Die schwer angeschlagene AVZ Minerals könnte vor einer entscheidenden Wende stehen. Nach monatelangen Rechtsstreitigkeiten um das wertvolle Manono-Lithiumprojekt im Kongo zeichnet sich eine mögliche Lösung ab – mit amerikanischer Beteiligung.
KoBold Metals steigt ein
Wie am Freitag bekannt wurde, ist das US-Unternehmen KoBold Metals bereit, massiv in die Entwicklung der Manono-Lithiumlagerstätte zu investieren. Diese Investition könnte den Schlüssel zur Lösung des jahrelangen Streits darstellen und AVZ eine Kompensation verschaffen.
Der Hintergrund ist brisant: Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hatte AVZ die Rechte an dem Projekt entzogen und einen Teil der Lizenz an das chinesische Bergbauunternehmen Zijin Mining Group übertragen. Eine Entscheidung, die heftige juristische Auseinandersetzungen nach sich zog.
Ressourcen-Nationalismus auf dem Vormarsch
Was bei AVZ passierte, ist kein Einzelfall. Quer durch Westafrika überprüfen Regierungen derzeit bestehende Verträge und ziehen Lizenzen zurück – der Grund: höhere Einnahmen aus den eigenen Rohstoffen.
Doch könnte ausgerechnet diese Entwicklung AVZ zugutekommen? Die Lösung der AVZ-Enteignung scheint Teil eines größeren US-Kongo-Ruanda-Abkommens zu sein, das amerikanischen Unternehmen sichereren Zugang zu kritischen Mineralien verschaffen soll.
Börsen-Aus und rechtliche Schlachten
Die Folgen der Manono-Krise waren verheerend für AVZ: Seit Mai 2024 ist das Unternehmen von der australischen Börse ASX gestrichen – nach zweijähriger Aussetzung des Handels. Zuvor hatten sich die Handelsstopps immer wieder verlängert, während das Unternehmen auf neue Entwicklungen wartete.
Eine Sammelklage von Aktionären wegen möglicherweise irreführender Angaben zwischen Mai 2021 und Mai 2022 belastet das Unternehmen zusätzlich.
Bleibt die entscheidende Frage: Kann der KoBold-Deal AVZ aus der Krise führen und den geschädigten Investoren doch noch eine Perspektive bieten?
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