Europäische Automobilhersteller büßen ihren traditionellen Vorsprung bei den Reparaturkosten gegenüber chinesischen Konkurrenten ein. Das zeigt eine Untersuchung des konzerneigenen Allianz-Zentrums für Technik (AZT), die gestern vorgestellt wurde. Für den Versicherungskonzern spielen diese Einstufungen eine zentrale Rolle bei der Risikobewertung von Fahrzeugmodellen im deutschen Markt.
Deutliche Verschiebungen bei den Typklassen
Die Experten des AZT nahmen seit 2024 neu in Deutschland eingeführte Fahrzeugmodelle unter die Lupe. Die Untersuchung umfasste insgesamt 174 Modelle aus dem ersten Erhebungsjahr sowie 115 Modelle aus dem Folgejahr. Zudem flossen 35 weitere Fahrzeugtypen aus dem ersten Halbjahr 2026 in die Analyse ein.
Das Ergebnis markiert eine Trendwende bei den Einstufungen. Chinesische Fabrikate verbesserten sich im Durchschnitt um 1,5 Typklassen. Europäische Hersteller verloren hingegen an Boden und büßten im Mittel eine halbe Klasse ein.
Der einstige Abstand schmilzt dadurch rasch dahin. Im Jahr 2024 waren europäische Modelle im Schnitt noch um drei Typklassen besser eingestuft als die chinesische Konkurrenz. Im laufenden Jahr liegt dieser Vorteil bei nur noch einer Typklasse.
Werkstattnetze und Ersatzteilversorgung im Fokus
AZT-Leiter Christian Sahr führt die Verschiebung auf veränderte Schwerpunkte in den Konzernen zurück. Nach seiner Einschätzung schenken europäische Autobauer der Reparaturfreundlichkeit ihrer Neukonstruktionen spürbar weniger Beachtung als in früheren Jahren. Schäden an modernen Karosserien und komplexen Bauteilen führen daher häufiger zu kostspieligen Instandsetzungen.
Gleichzeitig haben chinesische Hersteller frühere Schwachstellen konsequent behoben. Sahr verweist auf deutliche Fortschritte bei der Ersatzteilverfügbarkeit und den Aufbau funktionierender Werkstattnetze in Deutschland. Dieser infrastrukturelle Ausbau zahlt sich nun direkt in günstigeren Einstufungen für Kunden und Versicherer aus.
Kursentwicklung und Analystenstimmen
Für Versicherer wie die Allianz bestimmen solche Strukturdaten maßgeblich die Schadenaufwendungen im Kfz-Segment. Jefferies-Analyst Philip Kett hält eine vorschnelle Einstufung des Versicherungskonzerns als reinen Gewinner oder Verlierer von Zukunftstechnologien für verfrüht und bestätigte die Einstufung „Hold“.
Am Aktienmarkt zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Der Schlusskurs lag gestern bei 419,20 Euro, womit die Aktie seit Jahresanfang um 7,0 Prozent zulegen konnte. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch bleibt ein rechnerischer Abstand von minus 7,8 Prozent.
Stand heute, 6. Oktober: Allianz – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Allianz investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 6. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
