Der französische Vermögensverwalter Amundi hat seine Beteiligung an Aixtron ausgebaut und die Meldeschwelle von drei Prozent überschritten. Wie aus Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht, stieg der von Amundi gehaltene Stimmrechtsanteil zum Stichtag 30. September 2026 auf 3,26 Prozent, nach zuvor 2,63 Prozent. Insgesamt hält die Fondsgesellschaft damit rund 3,7 Millionen Stimmrechte an dem Aachener Spezialanlagenbauer.
Der Einstieg des Großinvestors fällt in eine Phase, in der die Aixtron-Aktie an den Finanzmärkten eine deutliche Neubewertung erfährt. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 127 Prozent. Am gestrigen Montag ging die Aktie mit einem leichten Abschlag von 0,6 Prozent bei 39,21 Euro aus dem Handel.
Operative Erholung nach schwachem Frühjahr
Hinter dem gestiegenen Investoreninteresse steht eine spürbare Belebung im Auftragseingang. Im zweiten Quartal verbuchte Aixtron zwar einen Umsatzrückgang von 16 Prozent auf 115,1 Millionen Euro. Das operative Ergebnis ging parallel dazu um 38 Prozent auf 14,7 Millionen Euro zurück.
Gleichzeitig zog die Nachfrage nach den Fertigungsanlagen jedoch wieder kräftig an. Die Neubestellungen kletterten im zweiten Jahresviertel um 81 Prozent auf 214,5 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Umsatz von 560 Millionen Euro an, mit einer Schwankungsbreite von 30 Millionen Euro in beide Richtungen. Die operative Marge vor Zinsen und Steuern soll dabei zwischen 17 und 20 Prozent liegen.
Diese Zielmarken signalisieren dem Markt eine Stabilisierung der Auslastung, nachdem die Halbleiterbranche über weite Strecken des Jahres mit einer verhaltenen Nachfrage in klassischen Endmärkten zu kämpfen hatte.
Analysten sehen Chancen bei Galliumnitrid
Auf Analystenseite wird die Entwicklung des Unternehmens weiterhin konstruktiv begleitet. JPMorgan stuft die Aktie unverändert mit „Overweight“ ein, passte das Kursziel allerdings von 60 auf 54 Euro an. Die Experten der US-Bank rechnen mit einer positiven Trendwende im Geschäftsbereich für Galliumnitrid-Chips.
Gleichzeitig verweisen die Analysten darauf, dass sich viele Marktteilnehmer trotz dieser Perspektiven noch vorsichtig zeigen. Der jüngste Ausbau der Position durch Amundi verdeutlicht jedoch, dass institutionelle Adressen die aktuelle Konsolidierung unterhalb früherer Jahreshöchststände für Zukäufe nutzen. Aixtron profitiert dabei vor allem von der fortschreitenden Einführung neuer Leistungshalbleiter in verschiedenen Technologiebereichen.
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