Schneider Electric greift tief in die Tasche und zahlt für den US-Softwareanbieter PTC einen Barpreis von 205 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Gesamtvolumen von 22,6 Milliarden Dollar. Weil der französische Konzern für den Zukauf erhebliche neue Schulden aufnehmen muss, reagierten die Anleger mit deutlichen Verkäufen.
In Paris sackte die Aktie von Schneider Electric um 9,97 Prozent auf 272,80 Euro ab. An der Nasdaq sprang PTC zeitgleich um rund 34 Prozent nach oben.
Hoher Aufpreis für Software-Kompetenz
Konzernchef Olivier Blum begründet den Schritt mit dem Ausbau der industriellen Digitalisierung. Zusammen wolle man das branchenweit umfassendste Software- und KI-Unternehmen formen. Schneider Electric konkurriert direkt mit Siemens und stärkt durch PTC vor allem Bereiche wie Produktdesign, Konstruktion und industrielles Datenmanagement.
Der Kaufpreis verlangt dem Unternehmen jedoch beträchtliche Mittel ab. Das Gebot enthält eine Prämie von gut 42 Prozent auf den vorigen Schlusskurs der Amerikaner. Um die Übernahme zu finanzieren, plant das Management die Ausgabe neuer Anleihen im Umfang von 16 bis 17 Milliarden Euro.
Hinzu kommt eine geplante Kapitalerhöhung über fünf bis sechs Milliarden Euro. Ab dem dritten Jahr nach dem Vollzug sollen die jährlichen Kosten um 250 Millionen Euro sinken. Beim Umsatz erhofft sich die Führung zusätzliche Synergien von 800 Millionen Euro.
Analysten sehen strategischen Nutzen
Großübernahmen europäischer Konzerne stoßen an den Märkten erfahrungsgemäß oft auf Vorbehalte. JPMorgan beließ die Einstufung für Schneider Electric nach der Ankündigung dennoch auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 345 Euro. Die Portfolios beider Unternehmen ergänzten sich, anstatt sich zu überlappen.
Bis zur formalen Integration dauert es noch. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2027 erwartet. Erste Hinweise zur aktuellen Geschäftslage erhalten Anleger am 16. Oktober 2026, für den das Management vorgezogene Quartalszahlen angekündigt hat.
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