Schneider Electric greift nach dem bulgarischen Smart-Home-Spezialisten Shelly Group. Die beiden Unternehmen unterzeichneten eine Vereinbarung, wonach die Franzosen 70 Euro je Aktie bieten – das entspricht einer Bewertung von rund 1,2 Milliarden Euro. Für Shelly-Aktionäre ist das ein deutlicher Aufschlag, für Schneider ein weiterer Baustein im Ausbau des Privatkundengeschäfts.
Gründer stehen hinter dem Deal
Die Übernahme steht auf solidem Fundament. Shelly-Mitgründer Dimitar Dimitrov hält rund 29 Prozent und hat sich verpflichtet, seine Anteile anzudienen. Mitgründer Svetlin Todorov, Inhaber von etwa 28 Prozent, will seine Papiere in zwei Tranchen abgeben. Zusammen bringen beide damit deutlich mehr als die Hälfte der Stimmrechte hinter das Angebot.
Voraussetzung für den Abschluss bleibt, dass Schneider am Ende mindestens 95 Prozent der Anteile kontrolliert – zudem müssen die Regulierungsbehörden zustimmen. Gelingt das, rechnen beide Seiten mit einem Abschluss der Transaktion im ersten Quartal 2027. Anschließend will Schneider auch die verbliebenen Aktionäre herauskaufen und Shelly von der Börse nehmen.
Strategische Logik statt Bauchgefühl
Shelly hat sich vom reinen Hersteller vernetzter Steckdosen und Sensoren zu einer softwaregetriebenen Plattform für Energiemanagement und Smart Buildings entwickelt. Genau das passt zu Schneiders eigener IoT-Plattform EcoStruxure, die bereits an rund 480.000 Standorten eingesetzt wird – etwa im Gesundheitswesen und Einzelhandel.
Jefferies-Analyst Lucas Ferhani sieht in dem Zukauf „eine überzeugende strategische Logik“ mit hohem Synergiepotenzial für das Privatkundengeschäft der Franzosen. An der Börse blieb die Reaktion auf Schneider-Seite verhalten: Die Aktie legte nur moderat zu, während die Shelly-Titel im SDAX deutlich zulegten.
Organisation und Belegschaft von Shelly sollen in Bulgarien erhalten bleiben. Dimitrov soll gemeinsam mit Wolfgang Kirsch weiterhin als Co-Vorstandsvorsitzender das Unternehmen leiten. Der eigentliche Test für den Deal beginnt jedoch erst mit der Zustimmung der Regulierungsbehörden – bis dahin bleibt das erste Quartal 2027 die Zielmarke für den Abschluss.
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