Während die deutsche Automobilindustrie in einer beispiellosen Krise steckt, zeigt BMW eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Der Münchener Premiumhersteller verliert zwar auch an Boden, aber deutlich weniger dramatisch als seine Konkurrenten. Ist das Zufall – oder steckt dahinter eine durchdachte Strategie, die BMW zum Gewinner einer bevorstehenden Branchenbereinigung macht?
Konkurrenz im freien Fall – BMW hält Stand
Die jüngsten Quartalszahlen offenbaren ein erschreckendes Bild der deutschen Automobilbranche: Mercedes-Benz brach um verheerende 55,8% ein, Audi stürzte um 37,5% ab. BMW hingegen verzeichnete „nur“ einen Gewinnrückgang von 29% – ein Wert, der in diesem Marktumfeld fast schon wie ein Erfolg anmutet.
Diese relative Stärke zeigt sich auch in den operativen Kennzahlen. Während die Konkurrenz um ihr Überleben kämpft, hielt BMW seine EBIT-Marge im Automobilsegment bei soliden 6,2% und liegt damit sogar im oberen Bereich der eigenen Prognose.
Die wichtigsten Quartalsdaten im Überblick:
– Vorsteuergewinn erstes Halbjahr: 5,727 Milliarden Euro (-28,6%)
– EBT-Marge: 8,5% (Vorjahr: 10,9%)
– EBIT-Marge Automotive: 6,2% (Zielkorridor: 5,0-7,0%)
– Free Cashflow Automotive: 2,345 Milliarden Euro
Der entscheidende Standortvorteil
Was unterscheidet BMW von seinen strauchelnden Konkurrenten? Ein strategischer Trumpf: das US-Werk in Spartanburg. Während andere deutsche Hersteller unter Zollbelastungen ächzen, produzierte BMW bereits 2024 rund 225.000 Fahrzeuge direkt in South Carolina – für einen US-Markt mit 400.000 verkauften BMW-Fahrzeugen.
CFO Walter Mertl bringt es auf den Punkt: „Unser Standort in den USA hilft uns, die Auswirkungen von Zöllen zu begrenzen.“ Diese Weitsicht zahlt sich aus, auch wenn die Zollbelastungen die Marge immer noch um 1,5 Prozentpunkte drücken.
Zispes düstere Prophezeiung
Doch BMW-CEO Oliver Zipse blickt noch weiter voraus – und seine Prognose ist alarmierend: „Es wird einen Ausleseprozess in unserer Branche geben. Man kann sich in dieser Industrie keine Fehler leisten.“ Eine Warnung vor Branchenkonsolidierung, die angesichts der aktuellen Zahlen der Konkurrenz erschreckend real wirkt.
Gleichzeitig kündigt Zipse eine beispiellose Offensive an: Mehr als 40 neue und überarbeitete Modelle bis 2027. Ein gewagtes Spiel in schwierigen Zeiten – oder die Strategie eines Unternehmens, das die Schwäche der Konkurrenz zu seinem Vorteil nutzen will?
Elektro-Erfolg als Zukunftsgarant?
Während der Gesamtmarkt schwächelt, setzt BMW erfolgreich auf Elektrifizierung. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge stieg auf 26,4%, reine Elektroautos machen bereits 18,3% der Auslieferungen aus. In einem schrumpfenden Markt Marktanteile zu gewinnen – das könnte der Schlüssel zum langfristigen Erfolg sein.
Trotz aller Herausforderungen bestätigt BMW seine Jahresprognose und setzt das Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Euro fort. Ein Zeichen des Vertrauens – oder übertriebener Optimismus in einem Markt, der sich radikal wandelt?
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