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Alphabet verdoppelt AI-Ausgaben: Warum 180 Milliarden Dollar erst der Anfang sind

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das sind Zahlen: Der Google-Konzern plant für 2026 Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar. Das entspricht nahezu einer Verdopplung gegenüber den 91 Milliarden Dollar aus 2025. Diese Zahl ist so gewaltig, dass sie selbst erfahrene Analysten überrascht hat. Die Erwartungen lagen bei gerade einmal 115 Milliarden Dollar. Doch diese monumentale Investitionsoffensive erzählt eine Geschichte, die weit über bloße Zahlen hinausgeht.

Quartalszahlen übertreffen Erwartungen deutlich

Alphabet hat im vierten Quartal 2025 eindrucksvolle Ergebnisse vorgelegt. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,82 Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 2,63 Dollar klar. Der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Erwartet wurden lediglich 111,3 Milliarden Dollar. Erstmals in der Unternehmensgeschichte durchbrach Alphabet die Marke von 400 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Das operative Ergebnis stieg um 16 Prozent auf 35,9 Milliarden Dollar, wobei die Marge stabil bei 32 Prozent verblieb.

Diese Zahlen belegen eindrucksvoll die anhaltende Dominanz des Konzerns. CEO Sundar Pichai sprach von einem hervorragenden Quartal und verwies auf die erfolgreiche Einführung von Gemini 3. Die Search-Umsätze wuchsen um 17 Prozent, YouTube überschritt erstmals die 60-Milliarden-Dollar-Schwelle auf Jahresbasis. Doch das wahre Juwel in Alphabets Krone glänzt in einem anderen Bereich.

Google Cloud erlebt explosives Wachstum

Die Cloud-Sparte entwickelt sich zum entscheidenden Wachstumstreiber. Im vierten Quartal schnellten die Umsätze um 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar nach oben. Noch beeindruckender: Die operative Marge verbesserte sich von 17,5 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 30,1 Prozent. Analysten hatten lediglich 22,7 Prozent erwartet. Google Cloud erreichte damit eine jährliche Run-Rate von über 70 Milliarden Dollar.

Der Auftragsbestand explodierte regelrecht. Innerhalb eines Quartals wuchs das Cloud-Backlog von 155 Milliarden auf 240 Milliarden Dollar. Das entspricht einem sequenziellen Anstieg von 55 Prozent. Diese Zahl signalisiert eine beispiellose Nachfrage nach AI-gestützten Cloud-Diensten. Über 8 Millionen bezahlte Gemini-Enterprise-Sitze wurden binnen vier Monaten verkauft. Die Gemini-App verzeichnet mittlerweile 750 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Die CapEx-Explosion im Detail

Die angekündigten Investitionen von 175 bis 185 Milliarden Dollar für 2026 übersteigen alle Prognosen. Selbst die optimistischsten Schätzungen lagen bei etwa 120 Milliarden Dollar. Alphabet plant damit fast doppelt so viel auszugeben wie im Vorjahr. Diese Summe übertrifft das Bruttoinlandsprodukt vieler Länder. Zum Vergleich: Das BIP von Ungarn liegt bei rund 180 Milliarden Dollar.

Der Fokus liegt klar auf AI-Infrastruktur und Rechenzentren. Zusätzlich plant Alphabet die Übernahme von Intersect, einem Spezialisten für Rechenzentren und Energieinfrastruktur. Diese Akquisition unterstreicht den strategischen Charakter der Investitionsoffensive.

Die massiven Ausgaben haben allerdings ihren Preis. So warnt Alphabet vor deutlich steigenden Abschreibungen für 2026. Die Abschreibungen auf die neuen AI-Infrastrukturen werden die Betriebskosten spürbar erhöhen. Auch die Energiekosten für Rechenzentren dürften merklich zunehmen. Diese Faktoren könnten die Gewinnmargen unter Druck setzen.

Engpässe trotz Rekordinvestitionen

Paradoxerweise reichen selbst diese gewaltigen Investitionen nicht aus. CEO Pichai räumte ein, dass Google Cloud auch 2026 angebotseingeschränkt bleiben wird. Die Nachfrage nach AI-Rechenkapazität wächst schneller als die Infrastruktur aufgebaut werden kann. Dieser Engpass betrifft die gesamte Branche. Die Verfügbarkeit von Halbleitern, Rechenzentrumskapazitäten und Energie begrenzt das Wachstumstempo.

Alphabet entwickelt eigene Tensor Processing Units (TPUs), um die Abhängigkeit von Nvidia-GPUs zu reduzieren. Die TPUs erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Cloud-Kunden. Anthropic, der Entwickler des ChatGPT-Konkurrenten Claude, nutzt Googles TPUs für das Training seiner Modelle. Auch Apple wählte Google als bevorzugten Cloud-Provider für die Entwicklung seiner nächsten Foundation-Modelle auf Basis von Gemini.

Anleger reagieren gespalten

Die Börse zeigte sich zunächst unentschlossen. Nach Veröffentlichung der Zahlen schwankte die Aktie zwischen leichten Gewinnen und Verlusten. Im vorbörslichen Handel am Folgetag notierte das Papier etwa vier Prozent tiefer. Die Sorge vor den explodierenden Investitionsausgaben überschattete die starken Quartalsergebnisse.

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Analysten debattieren kontrovers über die Kapitalallokation. Kritiker befürchten eine Überinvestition in AI-Infrastruktur. Die Frage nach der Rendite dieser gewaltigen Ausgaben steht im Raum. Befürworter argumentieren hingegen, dass Alphabet keine Wahl habe. Wer im AI-Rennen zurückfällt, riskiert seine Marktposition. Die Cloud-Zahlen scheinen den Optimisten recht zu geben.

Bemerkenswert ist die Kontinuität der operativen Marge. Trotz steigender Investitionen hielt Alphabet die Marge bei 32 Prozent. Dieser Wert blieb sowohl im Quartal als auch für das Gesamtjahr stabil. Allerdings fließen Investitionsausgaben nicht direkt in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein. Sie schlagen erst durch Abschreibungen zu Buche.

Der operative Cashflow erreichte im vierten Quartal 52,4 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr summierte er sich auf 164,7 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow belief sich auf 73,3 Milliarden Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen Alphabets finanzielle Stärke. Das Unternehmen verfügt über die Ressourcen, um die ambitionierte Investitionsstrategie zu finanzieren.

Die strategische Dimension

Alphabets Investitionsoffensive ist kein isoliertes Phänomen. Die gesamte Tech-Branche befindet sich in einem beispiellosen Infrastruktur-Wettrüsten. Microsoft, Amazon und Meta investieren ebenfalls Dutzende Milliarden in AI-Kapazitäten. Wer in diesem Rennen zurückfällt, riskiert seine Position im AI-Zeitalter.

Die Search-Dominanz von Google steht längerfristig zur Disposition. ChatGPT und andere AI-Assistenten könnten traditionelle Suchmaschinen verdrängen. Alphabet begegnet dieser Bedrohung mit AI-Overviews. Diese KI-gestützten Zusammenfassungen erscheinen prominent in den Suchergebnissen. Die Strategie scheint aufzugehen: Der Search-Marktanteil liegt unverändert bei etwa 90 Prozent.

Regulatorische Risiken bleiben bestehen. Das Kartellverfahren in den USA endete zwar glimpflicher als befürchtet. Dennoch stehen weitere Verfahren an. Die EU prüft Googles Praktiken ebenfalls kritisch. Diese Unsicherheiten könnten das Geschäftsmodell mittelfristig beeinflussen.

Ausblick und Bewertung

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Alphabets Strategie aufgeht. Die Cloud-Entwicklung stimmt optimistisch. Das Wachstum von 48 Prozent im Premium-Segment des Cloud-Marktes ist beachtlich. Die Margenverbesserung unterstreicht die operative Exzellenz. Falls diese Dynamik anhält, rechtfertigen sich die hohen Investitionen.

Die AI-Integration schreitet in allen Geschäftsbereichen voran. Search profitiert von verbesserten Algorithmen. YouTube nutzt AI für Content-Empfehlungen und Werbeoptimierung. Die Abo-Dienste wachsen kontinuierlich auf mittlerweile 325 Millionen bezahlte Abonnements. Diese Diversifizierung reduziert die Abhängigkeit vom Werbegeschäft.

Waymo, Alphabets Robotaxi-Sparte, erhielt kürzlich eine Finanzierung über 16 Milliarden Dollar. Die Bewertung erscheint ambitioniert. Doch der Ride-Hailing-Markt könnte Autonome Fahrzeuge revolutionieren. Waymo operiert bereits kommerziell in mehreren US-Städten.

Die Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten 81 Prozent zugelegt. Diese Rally reflektiert die verbesserten Aussichten. Das KGV liegt bei etwa 33 auf Basis der aktuellen Gewinne. Diese Bewertung erscheint für ein Unternehmen mit diesem Wachstumsprofil nicht überzogen. Allerdings müssen die hohen Investitionen künftig in entsprechende Gewinnsteigerungen münden.

Der Preis der Zukunft

Alphabet demonstriert mit den Quartalszahlen operative Stärke und strategische Weitsicht. Der Konzern investiert massiv in die technologische Führungsposition. Die Cloud-Entwicklung zeigt, dass sich frühere Investitionen auszahlen. Die jetzige Investitionswelle zielt darauf ab, diesen Vorsprung auszubauen.

Die Dimension der geplanten Ausgaben ist beispiellos. 180 Milliarden Dollar für ein einziges Jahr übertreffen die Vorstellungskraft. Doch im Kontext des AI-Zeitalters erscheint diese Summe nachvollziehbar. Wer nicht investiert, verliert. Wer investiert, gewinnt nicht automatisch. Doch Alphabet hat bewiesen, dass es Technologie in profitable Geschäftsmodelle überführen kann.

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