Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
dieser führende Speicherchip-Produzent hat innerhalb von nur 3,3 Monaten eine Kurssteigerung von mehr als 108 Prozent hingelegt. Die Rede ist von Micron Technology, einem Unternehmen, das vom KI-Boom auf eine Weise profitiert, die viele Marktteilnehmer unterschätzt haben. Die jüngsten Quartalszahlen und die Ausblicke des Managements deuten darauf hin, dass diese Entwicklung kein vorübergehendes Phänomen ist.
KI braucht nicht nur Prozessoren, sondern auch Speicher
Der Fokus auf KI-Aktien hat sich bislang stark auf Unternehmen wie Nvidia und AMD konzentriert. Diese Prozessorhersteller stehen im Rampenlicht, wenn es um die Rechenleistung für künstliche Intelligenz geht. Doch KI-Systeme benötigen nicht nur leistungsstarke Chips zur Datenverarbeitung. Sie sind auch auf enorme Mengen an Hochgeschwindigkeitsspeicher angewiesen. Genau hier kommt Micron ins Spiel.
Das Unternehmen aus Idaho gehört zu den weltweit führenden Herstellern von DRAM und NAND-Speicherlösungen. Diese Komponenten sind unverzichtbar für Rechenzentren, die KI-Anwendungen betreiben. Die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory hat sich zu einem Wachstumstreiber entwickelt, der in seiner Dynamik kaum zu überschätzen ist. Micron profitiert von einem Markt, der nach Einschätzung des Managements in den nächsten zwei Jahren auf ein Volumen von 100 Milliarden Dollar anwachsen wird. Die prognostizierte jährliche Wachstumsrate liegt bei 40 Prozent.
Quartalszahlen übertreffen alle Erwartungen
Die Zahlen des ersten Geschäftsquartals haben selbst optimistische Prognosen deutlich übertroffen. Micron meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar bei Umsätzen von 13,6 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag damit mehr als 21 Prozent über den Konsensschätzungen der Analysten. Solche Abweichungen sind selbst in volatilen Technologiesektoren ungewöhnlich und signalisieren eine fundamentale Verschiebung in der Nachfragesituation.
Noch bemerkenswerter fiel jedoch der Ausblick auf das laufende zweite Quartal aus. Das Management erwartet Umsätze von 18,7 Milliarden Dollar, einen Gewinn je Aktie von 8,42 Dollar und eine Bruttomarge von 68 Prozent. Diese Prognosen erscheinen auf den ersten Blick fast zu ambitioniert. Normalerweise bergen solch hohe Erwartungen die Gefahr von Enttäuschungen, wenn die Realität den Projektionen nicht standhält.
Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich
Die aktuelle Marktsituation rechtfertigt jedoch diese optimistischen Aussichten. Die Nachfrage nach KI-Speicherlösungen übersteigt das verfügbare Angebot nach wie vor bei weitem. Dieser Engpass führt zu steigenden Durchschnittspreisen, was sich direkt in den Margen niederschlägt. Im ersten Quartal stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM-Produkte um 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Diese Preisentwicklung ist ein klares Zeichen für die anhaltende Knappheit am Markt.
DRAM-Produkte machen rund 79 Prozent des Gesamtumsatzes aus. In diesem Segment erzielte Micron im ersten Quartal Erlöse von über 10,8 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 69 Prozent im Jahresvergleich und 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die NAND-Sparte wuchs mit 22 Prozent im Jahresvergleich zwar langsamer, trägt aber auch nur etwa 20 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Schwäche in diesem Bereich fällt daher weniger ins Gewicht.
Bewertung bleibt trotz Rally attraktiv
Nach einer Kursrally von mehr als 100 Prozent stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Bewertung. Interessanterweise zeigen mehrere Kennzahlen, dass Micron im Vergleich zu anderen Halbleiteraktien nach wie vor günstig bewertet ist. Das Forward-PEG-Verhältnis liegt unter 1, was auf unterbewertetes Wachstum hindeutet. Diese Kennzahl setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis ins Verhältnis zur erwarteten Wachstumsrate und ist für wachstumsorientierte Investoren von besonderer Bedeutung.
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Auch das Forward-EV/EBITDA-Verhältnis fällt im Branchenvergleich deutlich niedriger aus als bei Wettbewerbern wie AMD, Intel oder Western Digital. Während andere Halbleiteraktien im Zuge des KI-Hypes massive Bewertungsaufschläge erfahren haben, blieb Micron vergleichsweise zurück. Diese relative Unterbewertung bietet Potenzial für weitere Kurssteigerungen, sollte der Markt die Bedeutung von Speicherlösungen für die KI-Revolution stärker würdigen.
Besonders beeindruckend entwickeln sich die Margen. Die EBITDA-Marge von Micron liegt etwa doppelt so hoch wie bei Western Digital und nähert sich dem Dreifachen der Werte von AMD und Intel. Diese Kennzahlen erreichen Niveaus, die zuletzt 2018 während des vorherigen Zyklushochs zu beobachten waren. Die Profitabilität des Geschäftsmodells verbessert sich damit deutlich.
Technische Perspektive: Momentum bleibt intakt
Aus charttechnischer Sicht bewegt sich die Aktie derzeit weit außerhalb der oberen Standardabweichung auf Wochenbasis. Normalerweise würde dies für eine Überhitzung sprechen und Vorsicht nahelegen. Allerdings zeigt sich, dass sich die Momentum-Indikatoren zu stabilisieren beginnen. Die jüngsten Volumenanstiege erfolgten auch auf diesen hohen Niveaus in klar bullisher Manier.
Diese Entwicklung könnte auf eine Normalisierung der technischen Indikatoren hindeuten. Wenn die Standardabweichungskanäle beginnen, die neue Aufwärtsdynamik besser zu reflektieren, könnte sich weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen. Eine kritische Unterstützungsmarke liegt bei 245 Dollar. Solange diese Marke hält, bleibt die bullishe Trendstruktur intakt. Ein Bruch darunter würde hingegen ein Warnsignal darstellen und könnte das Ende der Rally einläuten.
Risiken nicht außer Acht lassen
Trotz der beeindruckenden Fundamentaldaten sollten Anleger die Risiken nicht ignorieren. Die Halbleiterindustrie ist traditionell zyklisch geprägt. Micron hat in der Vergangenheit deutliche Schwankungen durchlaufen, die eng mit den globalen Nachfragezyklen verbunden waren. Sollte die KI-Nachfrage unerwartet nachlassen oder sich die allgemeine Konjunktur eintrüben, könnte dies die Geschäftsentwicklung belasten.
Ein weiteres Risiko besteht in möglichen Margenverschlechterungen. Sollten die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM-Produkte sinken oder sich der Produktmix ungünstig verschieben, könnte die anvisierte Bruttomarge von 68 Prozent für das zweite Quartal verfehlt werden. Anleger sollten diese Kennzahl daher besonders im Auge behalten, da sie einen direkten Indikator für die Wettbewerbssituation und Preissetzungsmacht darstellt.
Fazit: Unterschätzter Profiteur des KI-Booms
Micron Technology demonstriert eindrucksvoll, dass der KI-Boom weit mehr Profiteure hat als nur die bekannten Prozessorhersteller. Die Aktie hat in kürzester Zeit außergewöhnliche Gewinne generiert und die fundamentale Entwicklung rechtfertigt diese Performance. Die Kombination aus starkem Momentum, soliden Fundamentaldaten und relativ attraktiver Bewertung im Branchenvergleich macht das Unternehmen zu einer interessanten Position im Halbleitersektor.
Die Quartalszahlen und der Ausblick zeigen, dass die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory für KI-Anwendungen weiterhin das Angebot übersteigt. Diese strukturelle Knappheit unterstützt sowohl Preise als auch Margen. Solange diese Dynamik anhält und die technische Unterstützung bei 245 Dollar nicht unterschritten wird, spricht vieles für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung. Anleger haben hier die Möglichkeit erkannt, wie bedeutend Speicherlösungen für die künstliche Intelligenz sind.
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