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Silber-Rausch: Warum das Edelmetall jetzt zur Spekulation einlädt

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

während die meisten Anleger noch Gold im Blick haben, spielt sich an den Rohstoffmärkten ein spektakuläres Schauspiel ab. Silber katapultiert sich mit atemberaubendem Tempo nach oben. Der Preis hat sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht. Allein im Januar legte das Edelmetall um 34 Prozent zu. Bei rund 94 Dollar je Unze notiert Silber mittlerweile auf einem Niveau, das selbst erfahrene Marktteilnehmer ins Staunen versetzt. Die Frage ist nicht, ob dieser Höhenflug gerechtfertigt ist. Die Frage ist vielmehr, wie lange diese Rally noch anhält.

Die fundamentale Geschichte hinter dem Preisanstieg

Silber unterscheidet sich fundamental von seinem großen Bruder Gold. Während Gold primär als Wertaufbewahrungsmittel dient, hat Silber eine ausgeprägte industrielle Komponente. Die elektrische Leitfähigkeit des Metalls ist unübertroffen. Elektronikbauteile, Schaltkreise und Solarpaneele benötigen Silber in erheblichen Mengen. Vor zehn Jahren machte die industrielle Nachfrage knapp die Hälfte des Gesamtbedarfs aus. Heute liegt dieser Anteil bei 60 Prozent.

Die Transformation der Automobilindustrie treibt diese Entwicklung massiv voran. Elektrofahrzeuge benötigen deutlich mehr Silber als herkömmliche Verbrenner. In China, Europa und anderen Regionen boomt die E-Mobilität weiterhin. Parallel dazu steigt der Strombedarf für Rechenzentren explosionsartig an. Künstliche Intelligenz verschlingt enorme Energiemengen. Die dafür notwendige Infrastruktur benötigt wiederum große Silbermengen.

Angebotsengpässe verschärfen die Situation

Das Angebot kann mit dieser Nachfrage nicht Schritt halten. Rund drei Viertel des neu gewonnenen Silbers entstehen als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle. Blei, Zink und Kupfer werden primär gefördert. Silber fällt dabei quasi nebenbei an. Ein steigender Silberpreis führt daher nicht automatisch zu höherer Produktion. Die Minengesellschaften orientieren sich an den Hauptmetallen.

Seit 2018 übersteigt die Nachfrage kontinuierlich das Angebot. Im vergangenen Jahr betrug das Defizit 18 Prozent. Für 2026 zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Diese strukturelle Knappheit bildet das fundamentale Fundament für höhere Preise. Doch die aktuellen Kurse lassen sich damit allein nicht erklären.

Warum die technischen Signale auf Rot stehen

Der Silbermarkt ist im Vergleich zu Gold deutlich kleiner und anfälliger für Preisschwankungen. Während global Gold im Wert von 33 Billionen Dollar gehandelt wird, beläuft sich das Volumen bei Silber auf lediglich 5,3 Billionen Dollar. Diese geringere Markttiefe macht das Metall volatiler.

Historisch betrachtet weist Silber einen Beta-Faktor von 1,4 gegenüber Gold auf. Steigt Gold um 10 Prozent, sollte Silber theoretisch um 14 Prozent zulegen. Umgekehrt gilt diese Mathematik auch bei fallenden Kursen. Ein Rückgang auf 70 Dollar je Unze würde einen Verlust von 25 Prozent bedeuten. Um diesen wieder aufzuholen, wäre ein Anstieg von 34 Prozent erforderlich.

Der aktuelle Kurs liegt mehr als doppelt so hoch wie der 200-Tage-Durchschnitt von 46 Dollar. Technische Analysten sprechen von extremen Überkauft-Bedingungen. Das Silber-Gold-Verhältnis hat sich dramatisch verschoben. Im Mai benötigte man noch 100 Unzen Silber, um eine Unze Gold zu kaufen. Heute liegt dieses Verhältnis bei nur noch 51. Das ist der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt.

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Die Lehren aus früheren Blasen

Die Geschichte kennt spektakuläre Silber-Crashs. Der Versuch der Hunt-Brüder, den Markt in den frühen 1980er Jahren zu beherrschen, ist legendär. Doch auch jüngere Beispiele sollten Anleger warnen. Im April 2011 erreichte Silber einen Höchststand von 49 Dollar. Binnen einer Woche stürzte der Preis um 25 Prozent auf 36 Dollar ab. Bis Jahresende fiel das Metall auf 27 Dollar.

Die physische Verlagerung von Silber verkompliziert die aktuelle Situation zusätzlich. Anleger und Finanzfirmen in den USA transportierten im vergangenen Jahr große Mengen von London nach New York. Die Angst vor möglichen Importzöllen trieb diese Bewegung an. Nachdem die Trump-Administration im Januar klarstellte, dass kritische Mineralien von Zöllen ausgenommen bleiben, dürfte sich dieser Fluss umkehren. Silber wandert zurück nach London. Das könnte die Versorgungslage entspannen und Preissprünge dämpfen.

Wie Anleger strategisch vorgehen sollten

Exchange Traded Funds wie der iShares Silver Trust ermöglichen US-Anlegern den Zugang zu Silber. Die Zuflüsse in diese Produkte haben sich deutlich beschleunigt. Die Silberbestände in ETFs stiegen von 1,04 Milliarden Unzen im Jahr 2024 auf 1,33 Milliarden Unzen in 2025. Diese Entwicklung entzieht dem Markt physisches Material und verstärkt den Versorgungsengpass.

Viele Finanzberater warnen vor Käufen auf dem aktuellen Preisniveau. Die Spekulation dominiert eindeutig das Geschehen. Silber ist ein kleiner Markt im Vergleich zu Gold. Das macht ihn anfällig für übertriebene Bewegungen in beide Richtungen. Wenn die Stimmung kippt, können die Preise schnell und heftig fallen.

Was ist Silber wirklich wert?

Nahezu niemand erwartet einen Absturz unter 20 Dollar. Dort notierte das Metall im November 2022. Das langfristige durchschnittliche Silber-Gold-Verhältnis von 65 würde bei einem Goldpreis von 4.840 Dollar einen fairen Silberwert von etwa 74 Dollar ergeben. Das entspräche immer noch einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahresniveau von 31,50 Dollar.

Experten empfehlen abzuwarten, bis Silber in den Bereich von 70 bis 75 Dollar zurückfällt. Dieser Korridor entspricht etwa dem Jahresanfangsniveau. Jahresendziele basierend auf Goldpreisentwicklung, industrieller Nachfrage und anderen Faktoren liegen bei 88 Dollar. Das deutet auf weiteres Potenzial hin, allerdings von einem moderateren Einstiegsniveau aus.

Die nächsten Wochen werden entscheidend

Ein Anstieg beim Silberpreis um 30 Prozent binnen zwei Wochen ist außergewöhnlich. Solche Gewinne werden häufig schnell wieder abverkauft, vor allem durch Trader. So schafft die Kombination aus soliden fundamentalen Treibern und überhitzten technischen Indikatoren eine paradoxe Situation. Denn Silber bleibt langfristig zwar, attraktiv, kurzfristig jedoch droht eine Korrektur.

Anleger sollten die aktuelle Euphorie kritisch hinterfragen. Geduld zahlt sich an den Märkten meist aus. Wer auf einen Rücksetzer wartet, positioniert sich mit deutlich besserem Chance-Risiko-Verhältnis. Die industrielle Nachfrage wird nicht verschwinden. Die strukturellen Angebotsdefizite bleiben bestehen. Doch Timing ist entscheidend.

Die Silber-Story vereint fundamentale Stärke mit spekulativem Überschwang. Diese Mischung macht das Metall faszinierend und gefährlich zugleich. Wer die Risiken kennt und diszipliniert vorgeht, kann von diesem Markt profitieren. Blindes Hinterherlaufen nach einer Verdreifachung ist jedoch selten eine gewinnbringende Strategie. Der Markt bietet geduldigen Anlegern bessere Einstiegschancen.

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