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Unitedhealth Aktie: Pläne gescheitert?

Das US-Justizministerium untersucht UnitedHealths Pharmasparte Optum Rx und Arztvergütungen. Parallel kämpft der Konzern mit Führungswechseln, hohen Krankheitskosten und einem Aktienverlust von über 40%.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ermittlungen zu Optum Rx und Vergütungspraktiken
  • Trotz Übernahme von Amedisys regulatorische Belastungen
  • Wechsel im Finanzvorstand während Krisenphase
  • Aktie verliert über 40 Prozent seit Jahresbeginn

Der US-Gesundheitsriese UnitedHealth steckt in der regulatorischen Zange. Nachdem das Unternehmen bereits mit hohen Krankheitskosten und Management-Turbulenzen kämpft, weitet das Justizministerium nun seine strafrechtlichen Ermittlungen deutlich aus – und nimmt zusätzlich zum Medicare-Betrugsverdacht auch die Pharmasparte Optum Rx und Arztvergütungen ins Visier. Droht dem Konzern der nächste massive Rückschlag?

Ermittlungen erreichen Kernbereiche

Das US-Justizministerium hat seine Untersuchungen deutlich ausgeweitet und untersucht nun Geschäftspraktiken bei UnitedHealths Pharmacy-Benefit-Manager Optum Rx. Konkret im Fokus: Verschreibungsmanagement-Dienstleistungen und die Vergütungspraktiken der hauseigenen Ärzte. Diese Eskalation der Ermittlungen trifft den Konzern in sensiblen Kernbereichen seines integrierten Geschäftsmodells.

Bereits im Juli 2025 hatte UnitedHealth eingeräumt, „straf- und zivilrechtlichen Anfragen des Ministeriums nachzukommen“, zeigte sich aber gleichzeitig „von seinen Praktiken voll überzeugt“. Optum Rx zählt zu den drei größten Pharmacy-Benefit-Managern der USA und ist eine zentrale Säule von UnitedHealths Gesundheitsimperium.

Mega-Übernahme trotz Turbulenzen abgeschlossen

Trotz der regulatorischen Bedrohung gelang UnitedHealth am 14. August 2025 der Abschluss der milliardenschweren Übernahme des Pflegedienstleisters Amedisys – nach zweijährigem regulatorischem Gezerre. Die Transaktion erforderte umfangreiche Verkäufe von 164 Pflege- und Hospiz-Standorten in 19 Bundesstaaten, um kartellrechtliche Bedenken des Justizministeriums auszuräumen.

Die nun vollzogene Übernahme macht UnitedHealth zu einem der größten Hospizanbieter der USA und ergänzt die Akquisition von LHC Group für 5,4 Milliarden Dollar im Jahr 2023. Amedisys versorgt jährlich über 465.000 Patienten und erzielte im zweiten Quartal 2025 einen Nettoumsatz von 621 Millionen Dollar.

Führungswechsel und operative Probleme

Parallel zu den regulatorischen Herausforderungen vollzieht UnitedHealth einen signifikanten Führungswechsel: Ab 2. September 2025 übernimmt Wayne DeVeydt die CFO-Rolle von John Rex. DeVeydt bringt Erfahrung vom Rivalen Elevance Health (ehemals Anthem) mit und übernimmt in schwieriger Phase.

Die Führungsrochade folgt auf den überraschenden Abgang von CEO Andrew Witty im Mai 2025 und spiegelt die operativen Herausforderungen wider. UnitedHealth kämpft seit Monaten mit höheren als erwarteten Krankheitskosten im Medicare Advantage Geschäft, die die Finanzen belasten.

Aktie unter massivem Druck

Die jüngsten Entwicklungen setzen UnitedHealths Aktie zusätzlich unter Druck, die bereits seit Jahresbeginn über 40% an Wert verloren hat. Im zweiten Quartal 2025 verfehlte der Konzern mit einem bereinigten Gewinn von 4,08 USD je Aktie deutlich die Erwartungen von 4,84 USD.

Zwar wuchs der Umsatz auf 111,6 Milliarden Dollar (+12,9% im Vorjahresvergleich), doch die Medical-Care-Ratio verschlechterte sich bedenklich von 85,1% auf 89,4%. Die Führung bestätigte zwar die Jahresprognose von mindestens 16,00 USD bereinigten Gewinn je Aktie, doch die Glaubwürdigkeit dieser Zielmarke steht angesichts der eskalierenden Ermittlungen auf dem Prüfstand.

Die erweiterten Justizermittlungen bedeuten erhebliches regulatorisches Risiko für UnitedHealths Investment-These. Der nächste Quartalsbericht im Oktober 2025 wird entscheidend zeigen, ob das Management die Krankheitskosten in den Griff bekommt – und wie sehr die regulatorischen Belastungen den Konzern bereits jetzt beeinträchtigen.

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