Die UBS-Aktie zeigt sich robust: Trotz einer weiteren millionenschweren Strafe in den USA notiert das Papier nur gut drei Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Am Freitag legt die Aktie um 1,46 Prozent auf 46,49 Euro zu, nach einem Schlusskurs von 45,82 Euro am Donnerstag. Zum Jahreshoch von 48,19 Euro, erreicht am 16. Juli, fehlen noch 3,53 Prozent.
Historische Busse für Geldwäsche-Mängel
Am Montag wurde bekannt, dass sich UBS Wealth Management USA gegenüber vier US-Regulierungsbehörden zur Zahlung von insgesamt 173 Millionen Dollar verpflichtet hat. Grund waren wiederholte und langjährige Mängel bei der Geldwäschebekämpfung. Die Finanzaufsicht FinCEN verhängte dabei mit 125 Millionen Dollar die höchste je gegen einen Broker-Dealer ausgesprochene Strafe wegen Verstössen gegen den Bank Secrecy Act. SEC und FINRA belegten die UBS-Tochter mit je 20 Millionen Dollar, die CFTC mit weiteren 8 Millionen Dollar.
Den Vorwürfen zufolge meldete die Bank zwischen 2019 und 2023 wiederholt verdächtige Transaktionen nicht fristgerecht. Bereits 2018 hatte FinCEN die UBS wegen ähnlicher Defizite mit 14,5 Millionen Dollar sanktioniert, ohne dass die zugesicherten Verbesserungen in den folgenden Jahren vollständig umgesetzt wurden. UBS erklärte dazu, mit der Ankündigung finde diese Altlast ihren Abschluss. Medienberichten zufolge reagierte die Aktie auf die Nachricht kaum.
Die neue Strafe reiht sich in eine Serie regulatorischer Auseinandersetzungen ein, denen sich die Bank nach der Übernahme der Credit Suisse stellen muss – ohne dass die operative Erholung bislang darunter gelitten hat.
Gewinn und Kapitalrückführung als Gegengewicht
Denn das Zahlenwerk, das die Bank Ende Juli vorlegte, fällt deutlich stärker aus als erwartet. Im zweiten Quartal erzielte UBS einen Reingewinn von 2,8 Milliarden Dollar, für das erste Halbjahr summierte sich der Gewinn auf 5,8 Milliarden Dollar. Der Konzerngewinn stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent, der Vorsteuergewinn kletterte auf 3,59 Milliarden Dollar und damit um 64 Prozent. Bereinigt um Restrukturierungskosten lag der Vorsteuergewinn bei 3,89 Milliarden Dollar, ein Plus von 45 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 2,4 Milliarden Dollar Gewinn gerechnet. Konzernchef Sergio Ermotti sprach davon, die Bank stehe kurz davor, die Rentabilität aus der Zeit vor der Credit-Suisse-Übernahme wieder zu erreichen.
Getragen wird das Ergebnis von starken Mittelzuflüssen: Im Wealth Management flossen im zweiten Quartal netto 36 Milliarden Dollar neue Vermögen zu, für das erste Halbjahr sind es 73 Milliarden Dollar. Im Asset Management kamen im selben Zeitraum 6 respektive 20 Milliarden Dollar hinzu. Die konzernweit verwalteten Vermögen erreichten 7,3 Billionen Dollar.
Parallel dazu startete UBS ein neues Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar, das bis spätestens Ende des zweiten Quartals 2027 laufen soll. Allein in den kommenden drei Monaten sollen Aktien für 1 Milliarde Dollar zurückgekauft werden. Bereits bis zum 17. Juli hatte die Bank 2026 Aktien im Wert von rund 2,3 Milliarden Dollar erworben. Beim Zeitplan für weitere Rückkäufe zeigt sich UBS angesichts der anhaltenden Debatte über schärfere Kapitalanforderungen jedoch zurückhaltend.
Integration weit fortgeschritten, Regulierung bleibt Unsicherheitsfaktor
Bei der Integration der Credit Suisse sieht sich die Bank auf gutem Weg, den Abschluss bis Jahresende zu erreichen. Über 90 Prozent der übernommenen Anwendungen werden nach Unternehmensangaben nicht mehr genutzt, rund 70 Prozent sind vollständig ausser Betrieb.
Ungeklärt bleibt die künftige Eigenkapitalregulierung: Der Bundesrat hatte im April Teile der geplanten Verschärfungen zwar abgeschwächt, hält aber an höheren Anforderungen an das harte Kernkapital fest, die sich um rund 20 Milliarden Dollar erhöhen könnten – wobei die tatsächliche Kapitallücke nach Einschätzungen deutlich niedriger, bei rund 9 Milliarden Dollar zusätzlich, liegen dürfte. Mitte August berät die Wirtschaftskommission des Ständerats erneut über die Vorschläge, kommende Woche dürfte damit ein weiterer Termin für Anleger in den Fokus rücken. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 28. Oktober angesetzt.
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