Die Bundesregierung ordnet die deutsche Rüstungsindustrie neu. Indem der Bund beim Panzerbauer KNDS einsteigt, schafft Berlin einen historischen Präzedenzfall. Das weckt Fantasien für den Marinespezialisten TKMS. Verteidigungsminister Boris Pistorius brachte eine direkte Staatsbeteiligung bereits explizit ins Spiel.
Das Airbus-Modell als Vorbild
Über die staatliche Förderbank KfW übernimmt der Bund 40 Prozent an KNDS. Das Volumen liegt bei bis zu acht Milliarden Euro. Deutschland sichert sich damit dauerhaft die gleichen Stimmrechte wie Frankreich. Analysten werten diesen Mechanismus als Blaupause für die künftige Industriepolitik. Das europäische Airbus-Konstrukt dient dabei als Vorbild. Die Folge: eine mögliche langfristige Absicherung für TKMS.
Frische Impulse durch Börsengang
Parallel dazu bereitet KNDS den Gang aufs Parkett vor. Der geplante Börsengang zielt auf eine Bewertung von rund 19 Milliarden Euro ab. Das schafft eine völlig neue Vergleichsbasis für die Branche. TKMS untermauert seine Position derweil mit fundamentaler Stärke. Der Auftragsbestand kletterte zuletzt auf den Rekordwert von 20,6 Milliarden Euro.
Gewinnmitnahmen nach Kursrally
Am Aktienmarkt reagieren Investoren kurzfristig verhalten. Die TKMS-Aktie gab am Freitag um rund ein Prozent auf 78,70 Euro nach. Marktbeobachter sehen darin normale Gewinnmitnahmen nach einem starken Lauf. Auf Wochensicht steht immer noch ein Plus von gut zehn Prozent.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf knapp 14 Prozent. Dass die Regierung Milliarden in die Hand nimmt, verändert nun die strategischen Vorzeichen. Dass private Investoren bei TKMS einsteigen, wird immer unwahrscheinlicher. In den kommenden Monaten verhandelt Berlin mit dem Werftenverbund über die genauen Eigentumsverhältnisse.
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