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TKMS Aktie: Pistorius wirbt in Ottawa

Bundesverteidigungsminister Pistorius bewirbt bei Kanada einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag für den Kieler Konzern TKMS.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Pistorius als Fürsprecher für TKMS
  • Auftrag über ein Dutzend U-Boote
  • Entscheidung bis Ende Juni erwartet
  • Geopolitische Lage begünstigt TKMS

Ein Verteidigungsminister als Verkäufer — Boris Pistorius macht auf seiner Kanada-Reise keinen Hehl daraus, dass er auch im Namen der deutschen Rüstungsindustrie unterwegs ist. Im Zentrum: ein potenzieller Großauftrag für den Kieler U-Boot-Bauer TKMS.

Dutzend U-Boote, dreistellige Milliarden

Deutschland bewirbt sich gemeinsam mit Norwegen um eine U-Boot-Partnerschaft mit Kanada. TKMS sieht sich dabei in aussichtsreicher Position — der Auftrag umfasst rund ein Dutzend Boote. Hauptkonkurrent ist ein südkoreanischer Anbieter.

Pistorius rechnete den Gastgebern in Ottawa vor, dass der Bau tausende Arbeitsplätze schaffen könne. Den wirtschaftlichen Mehrwert allein für Kanada bezifferte er auf einen dreistelligen Milliardenbetrag. „Gemeinsam können wir die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte bauen. Das wäre ein echtes Asset auch für die Nato“, sagte der SPD-Politiker auf der Rüstungsmesse Cansec.

Geopolitischer Rückenwind für TKMS

Der Zeitpunkt ist günstig. Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA — ein Verhältnis, das seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus unter Druck steht. Zölle, die Androhung einer Annexion als 51. Bundesstaat und der Rückzug des US-Verteidigungsministeriums aus Teilen der bilateralen Zusammenarbeit treiben Ottawa zur Diversifizierung. Für TKMS bedeutet das: Der politische Wille auf kanadischer Seite, Alternativen zu etablieren, dürfte die Verhandlungen beflügeln.

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Im Hintergrund laufen Gespräche über Gegengeschäfte — sogenannte Offset-Deals, die bei milliardenschweren Rüstungsverträgen üblich sind und Kanada eine industrielle Beteiligung sichern sollen. Pistorius deutete an, dass es „vielfältige Beteiligungsfelder“ gebe.

Entscheidung noch vor dem Nato-Gipfel

Premierminister Mark Carney kündigte auf der Cansec an, eine Entscheidung über den U-Boot-Kauf bis Ende Juni zu treffen. Pistorius bestätigte, er rechne mit dem Ergebnis jedenfalls vor dem Nato-Gipfel, der im Juli in Ankara stattfindet.

Für TKMS läuft die Uhr also. Fällt die Entscheidung zu Gunsten des Kieler Unternehmens, wäre es einer der größten Exportaufträge in der Geschichte des deutschen U-Boot-Baus — und ein erheblicher Wachstumsimpuls für einen Konzern, der erst im vergangenen Jahr an die Börse gegangen ist.

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