Bernstein setzt heute bei SpaceX auf einen schnelleren Ausbau des KI-Geschäfts. Das Analysehaus erhöht sein Kursziel von 248 auf 268 US-Dollar und bestätigt die Einstufung „Outperform“. Entscheidend ist die Erwartung zusätzlicher Rechenkapazität. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob SpaceX seine ehrgeizigen Ausbaupläne in entsprechend hohe Umsätze übersetzen kann.
Höhere Kapazitätserwartungen treiben das Kursziel
Bernstein erwartet bis Ende 2027 eine terrestrische Rechenleistung von 13 Gigawatt. Das sind fünf Gigawatt mehr als bislang angenommen. Für 2028 setzt das Haus bis zu 20 Gigawatt an.
Die höhere Kapazitätsannahme erklärt den optimistischeren Blick auf die Aktie. Sie bedeutet allerdings nicht, dass die Analysten sämtliche Unternehmensziele übernehmen. Zwischen dem erwarteten Ausbau und den daraus erzielbaren Erlösen bleibt eine erhebliche Bewertungsfrage.
Für 2028 schätzt Bernstein den Umsatz auf 424 Milliarden US-Dollar. SpaceX selbst stellt zum Jahresende 2027 eine annualisierte Umsatzrate von 500 Milliarden bis einer Billion US-Dollar in Aussicht.
Diese Größen sind nicht unmittelbar gleichzusetzen: Eine Umsatzrate zum Jahresende beschreibt ein auf ein Jahr hochgerechnetes Geschäftstempo. Bernsteins Schätzung bezieht sich dagegen auf den Jahresumsatz. Dennoch verdeutlichen die Erwartungen, wie stark die weitere Entwicklung vom erfolgreichen Hochlauf des KI-Geschäfts abhängt.
Wachstum trifft auf hohen Kapitalbedarf
Die jüngsten Geschäftszahlen liefern einen Ausgangspunkt für diese Erwartungen. Im dritten Quartal 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 14,58 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 161 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das KI-Geschäft ist dabei bereits ein wesentlicher Umsatzträger. SpaceX vermietet Rechenleistung und hat damit neben Starlink sowie Raketenstarts eine weitere Erlösquelle aufgebaut. Der Ausbau dieses Geschäfts verlangt allerdings erhebliche Vorleistungen.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Finanzchef Bret Johnsen Investitionen von 35–40 Milliarden US-Dollar. Bernstein kalkuliert beim weiteren Ausbau mit Investitionen von 35 Milliarden US-Dollar je Gigawatt.
Damit steht hinter der höheren Kapazitätsprognose zugleich ein hoher Finanzierungsbedarf. Für die Einordnung des Kursziels zählt deshalb nicht allein die Nachfrage nach Rechenleistung. Ebenso wichtig sind der Zugang zu Kapital und die Umsetzung der Infrastrukturpläne.
Nach Musks gestriger Erklärung hat SpaceX dafür eine Schuldenfinanzierung über 40 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Reuters zufolge blieb unklar, ob auch die Preisfestsetzung vereinbart war. Die GPU-Lieferungen sind für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Musk begründet den Finanzierungszugang mit der Investment-Grade-Kreditwürdigkeit und den Umsätzen außerhalb des KI-Geschäfts. Diese Diversifizierung betrachtet er als Vorteil gegenüber spezialisierten KI-Cloudanbietern.
Nächste Umsatzprognose als Prüfstein
Für das erste Quartal 2027 prognostiziert SpaceX einen Umsatz von 33–37 Milliarden US-Dollar. Diese Spanne macht deutlich, welchen Wachstumsschub das Unternehmen bereits kurzfristig erwartet.
Bernsteins höheres Kursziel setzt somit auf eine beschleunigte Expansion, nicht nur auf die Fortschreibung der jüngsten Ergebnisse. Die zentrale Bewährungsprobe liegt im Zusammenspiel von Kapazitätsaufbau, Finanzierung und Umsatzentwicklung. Je größer die angekündigte Infrastruktur wird, desto wichtiger wird für Anleger der Nachweis, dass daraus auch das erwartete Geschäft entsteht.
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