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Siemens Energy Aktie: Gamesa schreibt wieder schwarze Zahlen

Trotz Bestwerten bei Auftragseingang und Umsatz sowie schwarzen Zahlen bei Gamesa bleiben die Kursziele der Banken weit auseinander.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordwerte bei Auftragseingang und Umsatz
  • Gamesa erstmals seit 2022 profitabel
  • Deutsche Bank erhöht Kursziel, Oddo senkt
  • Aktie reagiert verhalten auf Zahlen

Zwei Häuser, zwei Richtungen: Nach den Quartalszahlen von Siemens Energy gehen die Einschätzungen der Analysten deutlich auseinander. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel am Donnerstag auf 210 Euro von zuvor 200 Euro an und bestätigte ihr Kaufvotum. Oddo BHF senkte im gleichen Atemzug die Zielmarke auf 175 Euro von 187 Euro und stufte die Aktie auf Neutral ein. Grundlage beider Bewertungen sind dieselben Zahlen – die Interpretation fällt jedoch unterschiedlich aus.

Rekordquartal bei Auftragseingang und Umsatz

Siemens Energy hatte am Mittwoch Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt, die in mehreren Kennziffern Bestwerte markierten. Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz stieg auf 11,4 Milliarden Euro – ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf vergleichbarer Basis. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57, der Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 162 Milliarden Euro. Der Konzern bestätigte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr und stellt eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten am oberen Ende der bisherigen Bandbreite in Aussicht.

Getragen wurde das Wachstum erneut vom Gasgeschäft, das einen weiteren Rekordauftragseingang verbuchte, sowie von starken Zuwächsen bei Netztechnik und der Industriesparte. Besonders bemerkenswert: Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen – ein Segment, das den Konzern jahrelang belastet hatte.

Windsegment sorgte zuletzt für Skepsis

Genau dieses Segment war es, das Erste Group Ende Juli noch zur Vorsicht mahnen ließ. Vor den nun vorgelegten Quartalszahlen hatte Analyst Hans Engel die Aktie von Buy auf Hold zurückgestuft und auf anhaltende Schwächen im Windgeschäft verwiesen: rückläufiger Auftragseingang und ein operativer Verlust bei den Gamesa-Aktivitäten. Die nun gemeldete Rückkehr in die Gewinnzone bei Gamesa dürfte diese Sorge zumindest teilweise relativieren – ob sich das in einer erneuten Einschätzung von Erste Group niederschlägt, ist bislang nicht bekannt.

Großauftrag für Offshore-Netzanbindung

Auch außerhalb der Bilanz lieferte Siemens Energy zuletzt Nachrichten. Ende Juli erhielt ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders von der Übertragungsnetzbetreiberin 50Hertz den Zuschlag für eine 2-Gigawatt-Konverterplattform zur Anbindung von Offshore-Windparks in der Nordsee, den sogenannten North Sea Connector 2. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2034 geplant. Nach Unternehmensangaben stammen 95 Prozent der eingesetzten Siemens-Komponenten aus deutschen Werken, das Projekt soll mehr als 500 langfristige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Ergänzend sicherte sich der Konzern einen Langzeit-Servicevertrag für Wartung, IT-Services und Bereitschaftsdienste, der ab dem 1. Oktober 2026 vollständig in die Bücher fließt.

Parallel dazu bereitet sich der Konzern auf einen Markenübergang vor: Die bisherigen Einheiten Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy sollen künftig unter der Dachmarke „Omterra“ zusammengeführt werden. Das Rebranding ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.

Aktie reagiert verhalten auf die Zahlenflut

An der Börse fiel die Reaktion auf die Rekordzahlen bislang moderat aus. Zum Wochenschluss schloss die Aktie bei 153,50 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,13 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, notiert das Papier weiterhin gut ein Fünftel entfernt. Die Kluft zwischen den beiden aktuellen Kurszielen der Deutschen Bank und von Oddo BHF spiegelt damit auch eine grundsätzlichere Frage wider: Ob der Konzern das aktuelle Bewertungsniveau mit nachhaltigem Wachstum in allen Sparten rechtfertigen kann, oder ob die Risiken im Windgeschäft trotz der jüngsten Trendwende bei Gamesa Bestand haben.

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Diskussion zu Siemens Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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