Gute Nachrichten für Quanten-Fans: Rigetti Computing macht seinen leistungsstarken 108-Qubit-Quantencomputer Cepheus-1 jetzt für breite Kundenschichten nutzbar. Das System ist ab sofort über mehrere große Cloud-Plattformen verfügbar — ein strategischer Schritt, der die Nutzbarkeit über die reine Qubit-Zahl stellt.
Rigetti-Manager bezeichnen den Cepheus-1-108Q als einen der leistungsfähigsten kommerziell verfügbaren Quantencomputer auf Gatter-Basis. Zudem gilt er als das größte modulare Quantensystem am Markt. Entwickelt wurde er aus zwölf vernetzten 9-Qubit-Chips — ein klares Bekenntnis zur Chiplet-basierten Skalierungsarchitektur. Das System erreicht eine mediane Zwei-Qubit-Gatter-Fidelity von rund 99,1 Prozent bei Gattergeschwindigkeiten von etwa 60 Nanosekunden. Die Einzel-Qubit-Genauigkeit liegt bei rund 99,9 Prozent. Noch in diesem Jahr will Rigetti die Zwei-Qubit-Fidelity auf etwa 99,5 Prozent steigern.
Die Cloud-Präsenz umfasst Amazon Braket, Microsoft Azure Quantum und die hauseigene Rigetti Quantum Cloud Services. Hinzu kommt der Anbieter qBraid. Parallel dazu wächst das On-Premise-Geschäft über Novera-QPU-Verkäufe und Regierungsaufträge. Marktbeobachter sehen in dieser Vertriebsoffensive einen entscheidenden Hebel — ähnlich wichtig wie zukünftige Technologiemeilensteine.
Kurs unter Druck, Kasse gut gefüllt
Die Aktie notiert am Dienstag bei 14,68 Euro. Das entspricht einem Tagesminus von fast acht Prozent. Auf Wochensicht beträgt der Verlust 13 Prozent. Seit Jahresanfang ist Rigetti 27 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch aus Oktober 2025 beträgt 70 Prozent. Die jüngste Talfahrt spiegelt die hohe Volatilität des Sektors wider: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 92 Prozent.
Die Bilanzen geben dagegen wenig Anlass zur Sorge. Rigetti verfügt über rund 569 Millionen Dollar Barmittel und steht schuldenfrei da. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,40 Millionen Dollar — und übertraf damit die Analystenschätzungen.
Ausblick: Zahlen im August, Vision 2030
Die nächste Bewährungsprobe kommt im August. Dann legt Rigetti die Quartalszahlen für das zweite Quartal vor. Analysten rechnen mit einem EPS von minus 0,05 Dollar und Erlösen von 5,09 Millionen Dollar.
Das mittelfristige Ziel ist ambitioniert: ein System mit rund 1.000 Qubits bei hoher Gattergenauigkeit. Rigetti will damit innerhalb von rund drei Jahren den sogenannten „Quantum Advantage“ erreichen — jenen Punkt, an dem ein Quantencomputer ein klassisches System bei einer praktischen Aufgabe übertrifft.
Der Sektor selbst erfährt wachsende öffentliche Förderung und technische Fortschritte. Parallel dazu läuft ein Wettlauf um Quanten-sichere Verschlüsselung. Ein Umfeld, das 2026 viele Blicke auf Rigetti lenken dürfte.
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