Der dänische Pharmariese Novo Nordisk hat in dieser Woche gleich mehrere Phase-3-Studien seines breit angelegten AMAZE-Programms aktiviert. Damit weitet der Ozempic- und Wegovy-Hersteller seine Adipositas-Forschung auf zwei kommerziell bislang wenig beachtete Nischen aus: Gewichtserhaltung und Schlafapnoe.
Die Aktie notierte am Freitag bei 38,74 Euro – ein Plus von 1,25 Prozent zum Vortag. Seit dem 52-Wochen-Tief Ende März bei 30,48 Euro hat sich der Kurs rund 27 Prozent erholt. Auf Jahressicht steht weiterhin ein Minus von knapp 36 Prozent.
Amycretin: Stabilisierung statt Abnahme
Am 18. Mai startete Novo Nordisk die AMAZE-12-Studie für Amycretin, einen einmal wöchentlich injizierbaren Peptid-Wirkstoff, der gleichzeitig GLP-1- und Amylin-Rezeptoren aktiviert. Das Besondere: Die Studie zielt nicht auf initiale Gewichtsabnahme, sondern auf die Stabilisierung des Körpergewichts nach einer Reduktionsphase. Ein kommerziell eigenständiges Ziel, das kaum ein Wettbewerber adressiert.
Die klinische Basis ist solide: Eine Phase-1b/2a-Studie zeigte 22 Prozent Gewichtsreduktion nach 36 Wochen mit wöchentlichen Injektionen, eine orale Phase-1-Formulierung erzielte 13,1 Prozent nach zwölf Wochen.
Hinzu kommt AMAZE 4, eine weitere Phase-3-Interventionsstudie, die Patienten per Zufallsprinzip entweder dem Wirkstoff oder einem Placebo zuweist. Die Studie wurde Ende April eingereicht und aktiv weitergeführt – sie erweitert Novos Pipeline um adipositasbedingte Begleiterkrankungen.
Allein im ersten Quartal 2026 sicherte sich Novo Nordisk sechs regulatorische Zulassungen und startete mehr als zehn klinische Studien.
CagriSema: Der nächste regulatorische Meilenstein
Neben dem längerfristigen AMAZE-Programm bleibt CagriSema der kurzfristig wichtigste Katalysator. Die US-Arzneimittelbehörde FDA soll noch in diesem Jahr über den Zulassungsantrag entscheiden. Die REDEFINE-1-Studie zeigte signifikante Gewichtsverluste: 91,9 Prozent der Teilnehmer erreichten eine Reduktion von mindestens fünf Prozent, in der Placebogruppe waren es 31,5 Prozent.
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CagriSema kombiniert Cagrilintid und Semaglutid und könnte die erste FDA-zugelassene Kombination aus einem GLP-1-Rezeptoragonisten und einem Amylin-Analogon werden. Die größere REDEFINE-11-Studie wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet, eine höher dosierte Phase-3-Studie soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten.
Orale Wegovy-Daten untermauern EU-Dynamik
Auf dem Europäischen Adipositas-Kongress in Istanbul präsentierte Novo Nordisk im Mai frische Daten aus der OASIS-4-Studie. Rund ein Drittel der Teilnehmer sprach früh an und verlor im Schnitt 13,2 Prozent Körpergewicht nach vier Monaten – zum Studienende stieg der Wert auf 21,6 Prozent.
Eine indirekte Vergleichsstudie namens ORION deutete zudem an, dass die Wegovy-Pille dem oralen GLP-1-Kandidaten Orforglipron von Eli Lilly sowohl bei Gewichtsverlust als auch bei Verträglichkeit überlegen ist – mit weniger Abbrüchen wegen Nebenwirkungen.
Prognose eingeengt, Rückkauf läuft
Das Unternehmen hat nach einem starken ersten Quartal die Jahresprognose präzisiert. Der operative Gewinn lag bei 32,86 Milliarden dänischen Kronen und übertraf die durchschnittliche Analystenschätzung von 28,74 Milliarden. Für das Gesamtjahr erwartet Novo Nordisk einen Umsatz- und Gewinnrückgang von vier bis zwölf Prozent bei konstanten Wechselkursen – eine engere Spanne als die zuvor kommunizierten fünf bis dreizehn Prozent.
Finanzvorstand Mike Doustdar führte die Anpassung auf starke Wegovy-Verkäufe und das anhaltende Wachstum im internationalen Geschäft zurück.
Parallel läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Bis zum 13. Mai hat Novo Nordisk knapp 16 Millionen B-Aktien zu einem Durchschnittskurs von 260,62 dänischen Kronen zurückgekauft und hält nun 0,7 Prozent des Grundkapitals als eigene Aktien.
14 von S&P Global befragte Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Kaufen“ und einem durchschnittlichen Kursziel von umgerechnet rund 40 Euro. Das höchste Kursziel liegt bei gut 55 Euro.
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