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Micron Aktie: Rekordrally mit Substanz

Trotz 80 Prozent Kursplus im Mai bleibt Micron günstig bewertet. Strukturwandel und KI-Nachfrage stützen die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stärkster Börsenmonat seit 1987
  • KGV bleibt im einstelligen Bereich
  • Langfristige Verträge stabilisieren Preise
  • Neue Kapazitäten ab 2028 als Risiko

Der stärkste Börsenmonat seit fast vier Jahrzehnten — und die Bewertung hält trotzdem mit. Micron hat im Mai rund 80 Prozent zugelegt, einen Wert, den die Aktie zuletzt im Dezember 1987 erreichte. Das Allzeithoch liegt bei 956,16 Dollar. Was das von reiner Euphorie unterscheidet, ist eine handfeste fundamentale Geschichte.

Günstig trotz Rekordhoch

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen für die nächsten zwölf Monate liegt trotz der Rally im einstelligen Bereich. NVIDIA kommt auf das 21-Fache, der PHLX Semiconductor Index sogar auf das 26-Fache. Analysten wie David Miller vom Catalyst Funds sehen Micron weiterhin als fair bewertet — nicht als überhitzt.

Mizuho hat das Kursziel auf 1.150 Dollar angehoben, UBS sogar auf 1.625 Dollar. Barclays liegt bei 1.175 Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Mizuho einen Umsatzanstieg von 70 Prozent und ein Gewinnwachstum je Aktie von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr — getrieben von DRAM- und NAND-Nachfrage.

Strukturwandel als eigentlicher Treiber

Hinter der Rally steckt mehr als KI-Hype. Langfristige Abnahmeverträge ersetzen zunehmend kurzfristige Spotgeschäfte — das dämpft die für Speicherchipanbieter typische Preisvolatilität. Hochbandbreitenspeicher wird eng mit NVIDIA für dessen neueste Beschleuniger entwickelt und ist damit kaum substituierbar. Analysten gehen davon aus, dass DRAM bis mindestens ins zweite Quartal 2028 und NAND bis ins vierte Quartal 2027 knapp bleiben könnten. Mizuho prognostiziert allein für HBM Preisanstiege von 70 bis 100 Prozent im Kalenderjahr 2027.

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Hinzu kommt: Wichtige Nicht-KI-Kunden sollen noch immer 30 bis 50 Prozent unterversorgt sein — ein Puffer, falls die KI-Nachfrage einmal schwächelt.

Das Risiko kommt 2028

Morningstar-Analyst William Kerwin sieht die Lage nüchterner. KI sei ein echter Rückenwind, aber der Zykluscharakter des Speichermarkts existiert weiterhin. Zwischen Ende 2027 und 2028 sollen erhebliche neue Produktionskapazitäten in den Markt kommen — das könnte die Preisthese früher als erwartet unter Druck setzen.

Das dürfte die nächsten Quartalszahlen zu einem besonders aufschlussreichen Termin machen. Auftragsbuch und Margenentwicklung werden zeigen, ob das im Kurs eingepreiste Wachstum bereits greifbare Konturen annimmt — oder ob die Erwartungen dem Geschäft zu weit vorausgeeilt sind.

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Diskussion zu Micron

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.