Ein Software-Problem in den USA und ein verhaltener Analystenkommentar bremsen die Mercedes-Benz-Aktie aus. Die Papiere nähern sich gefährlich ihrem Jahrestief.
Am Freitag schloss die Aktie bei 50,10 Euro. Das bedeutet weitere Kursverluste zum Wochenausklang. Seit Jahresbeginn verlor das Papier fast 19 Prozent.
Die Schweizer Großbank UBS liefert derzeit wenig Fantasie für eine Erholung. Analyst Patrick Hummel bestätigte sein „Neutral“-Rating. Das Kursziel liegt weiterhin bei 55 Euro.
Software-Probleme in Nordamerika
Parallel dazu sorgt eine Nachricht aus Nordamerika für Verunsicherung. Mercedes-Benz ruft in den USA rund 144.000 Fahrzeuge zurück. Der Grund liegt in der Software. Die Infotainment-Bildschirme können unter bestimmten Bedingungen schwarz bleiben.
Der US-Markt ist eine zentrale Säule der Luxusstrategie des Konzerns. Entsprechend sensibel reagiert der Markt auf Qualitätsmängel bei der Software-Integration.
Chartbild trübt sich ein
Die technische Ausgangslage verschlechtert sich. Im Tageschart bildete sich am Freitag ein sogenannter „Shooting Star“. Dieses Kerzenmuster signalisiert oft eine bevorstehende Abwärtsbewegung. Das 52-Wochen-Tief bei 47,92 Euro rückt damit in greifbare Nähe. Der Abstand beträgt nur noch rund viereinhalb Prozent.
In der neuen Handelswoche muss das Management Vertrauen zurückgewinnen. Der Konzern spricht auf Investorenkonferenzen in New York und Shanghai. Hier fordern Anleger klare Antworten zur kurzfristigen Margenentwicklung in einem volatilen Umfeld.
Ein Lichtblick könnte aus der Produktentwicklung kommen. Am Mittwoch soll voraussichtlich das neue Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé präsentiert werden.
Die anstehenden Termine bieten dem Vorstand eine wichtige Bühne. Gelingt es nicht, die Bedenken der Investoren rasch zu zerstreuen, droht ein Test der Unterstützung bei 47,92 Euro.
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