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Graphite One Aktie: 48.000 Tonnen aus Warren ab 2028

Graphite One verliert erhofften Zollschutz gegen China und setzt nun auf beschleunigte Genehmigungen für sein Ohio-Werk.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ITC lehnt Antidumping-Zölle ab
  • Ohio-Werk als strategischer Plan B
  • FAST-41-Status für Konkurrenzprojekte
  • Finanzierung durch EXIM-Bank signalisiert

China kontrolliert über 90 Prozent der globalen Graphitverarbeitung — und der erhoffte Schutzwall dagegen ist gefallen. Für Graphite One beginnt die Woche mit einem strukturellen Nachteil, den das Unternehmen nun anderweitig ausgleichen muss.

ITC-Entscheid kippt Wettbewerbsschutz

Im März entschied die U.S. International Trade Commission, keine Antidumping-Zölle auf chinesische Graphit-Anodenimporte zu verhängen. Begründung: Die Importe schadeten der heimischen Industrie nicht materiell. Damit entfällt für US-Projekte wie Graphite Ones Graphite-Creek-Mine in Alaska ein lange erwarteter Preispuffer.

Die Aktie spiegelt das schwierige Umfeld wider. Mit einem Schlusskurs von 0,73 Euro liegt das Papier rund 38 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und mehr als 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,52 Euro.

Ohio als strategischer Ausweichplan

Ohne Zollschutz gewinnt das geplante Werk in Warren, Ohio an Gewicht. Die Anlage soll ab 2028 zunächst mit zugekauftem Graphit-Feedstock arbeiten und jährlich 48.000 Tonnen Anodenmaterial produzieren. Ab 2031 — wenn Konzentrat aus Alaska zugeliefert wird — soll die Kapazität auf 169.000 Tonnen steigen, genug für über zwei Millionen Elektrofahrzeuge mittlerer Größe nach eigenen Angaben des Unternehmens.

Das Ohio-Werk soll unter das FAST-41-Programm fallen, das Bundesgenehmigungen für strategisch wichtige Infrastrukturprojekte beschleunigt. Auf der Abnehmerseite hat Graphite One bereits einen Mehrjahresliefervertrag mit dem Elektroautohersteller Lucid abgeschlossen, ergänzt durch weitere nicht bindende Abnahmevereinbarungen.

Genehmigungsrennen mit Gegenwind

Die einstige Exklusivität im FAST-41-Programm ist dahin. Im März erhielten zwei Konkurrenzprojekte — das Coosa-Projekt in Alabama und das Kilbourne-Projekt in New York — ebenfalls FAST-41-Status. Alle Bundesgenehmigungen müssen bis zum 29. September 2026 vorliegen, darunter der Abschluss der Umweltprüfung und eine Entscheidung nach dem Clean Water Act.

Lokaler Widerstand erschwert den Zeitplan zusätzlich. Von 301 eingereichten Kommentaren zum wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren äußerten fast 57 Prozent Bedenken, mehr als 26 Prozent lehnten das Projekt gänzlich ab. Kritiker fordern eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung statt der laufenden vereinfachten Bewertung — eine Option, die das U.S. Army Corps of Engineers nicht ausgeschlossen hat. Ein Wechsel zum aufwändigeren Verfahren würde den geplanten Baubeginn 2027 wohl kippen.

Finanzierung steht, Formalisierung steht noch aus

Die U.S. Export-Import Bank hat unverbindliche Interessensbekundungen über insgesamt 2,07 Milliarden Dollar ausgestellt — zuletzt aufgestockt, mit 670 Millionen Dollar für die Alaska-Mine und 1,4 Milliarden Dollar für das Ohio-Werk. Das EXIM-Engagement soll rund 70 Prozent der Gesamtprojektkosten abdecken. Die formellen Kreditanträge sind für später in 2026 geplant; für die verbleibenden 30 Prozent verhandelt das Management mit fünf nordamerikanischen Investmentbanken. Im Februar hatte Graphite One bereits eine Kapitalerhöhung über brutto 35 Millionen kanadische Dollar abgeschlossen.

Zwei Termine prägen den weiteren Verlauf: die September-Frist für die Bundesgenehmigungen und die noch ausstehenden Ergebnisse eines nationalen Labors zur Seltenerden-Extraktion als möglichem Nebenprodukt. Letztere könnten entscheidend dafür sein, ob das Projekt den fehlenden Zollschutz wirtschaftlich kompensieren kann.

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