Eine starke Nachfrage nach langlaufenden US-Staatsanleihen hat Gold am Freitag Rückenwind gegeben. Medienberichten zufolge drückte die Auktion die US-Renditen und unterstützte damit den Goldanstieg. Rückläufige Ölpreise milderten zusätzlich den Inflationsdruck. Die Entlastung beantwortet allerdings noch nicht die Frage, ob die Zinsperspektive eine nachhaltige Erholung zulässt.
Reuters berichtete am Freitag ebenfalls von einem schwächeren US-Dollar und sinkenden US-Treasury-Renditen als Stützen für Gold. Der Schlusskurs von 4.196,07 USD je Feinunze und das Tagesplus von 1,5% spiegeln diese Erholung wider.
Der Anleihemarkt setzt den Impuls
Damit kehrten sich zum Wochenausklang zwei Belastungsfaktoren zumindest vorübergehend um. Nach Einschätzung des World Gold Council hatten steigende US-Renditen und ein festerer Dollar den Goldpreisrückgang im September wesentlich geprägt. Die jüngste Bewegung spricht deshalb zunächst für eine Entlastung durch das veränderte Marktumfeld, nicht für das Verschwinden der geldpolitischen Risiken.
Reuters zufolge bewerteten Marktteilnehmer am Freitag weiterhin die Inflationsgefahren und den möglichen Zinspfad der US-Notenbank. Für Gold stehen damit gegenläufige Signale nebeneinander: Der Anleihemarkt lieferte Unterstützung, während die Unsicherheit über die Geldpolitik bestehen blieb.
Entscheidend ist die Trennung zwischen dem kurzfristigen Auslöser und den längerfristigen Nachfragefaktoren. Die Auktion erklärt einen Teil des freundlichen Wochenausklangs. Sie liefert für sich genommen aber keinen Beleg dafür, dass die Belastungen des Septembers dauerhaft überwunden sind.
Kaufinteresse verhindert nicht jeden Rückgang
Auf der Nachfrageseite meldete der World Gold Council am Freitag weiterhin kräftiges Interesse an goldgedeckten ETFs. Im September flossen ihnen 10 Mrd. US-Dollar zu. Die Bestände erreichten mit 4.256 Tonnen einen Rekordwert. Für das dritte Quartal summierten sich die Zuflüsse auf den Rekordbetrag von 31 Mrd. US-Dollar.
Bemerkenswert ist der Gegensatz zwischen diesen Käufen und der Preisentwicklung: Die ETF-Bestände wuchsen trotz des Goldpreisrückgangs. Der Verband betonte, dass starkes ETF-Kaufinteresse die Belastung durch höhere Renditen und den festeren Dollar nicht verhindert habe.
Auch Zentralbanken stützten die Nachfrage. Nach Angaben des World Gold Council beliefen sich ihre gemeldeten Nettokäufe im August auf 39 Tonnen. Damit steht der kurzfristig zinsgeprägten Preisbewegung ein weiterer struktureller Nachfragefaktor gegenüber.
Nächste Prüfsteine für die Entlastung
Die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex für September ist für den 14. Oktober 2026 angekündigt. Die nächste FOMC-Entscheidung folgt am 28. Oktober 2026. Beide Termine können neue Hinweise auf die Geldpolitik und damit auf Dollar und US-Renditen liefern.
Für Anleger liegt der Kern der jüngsten Entwicklung deshalb im Zusammenspiel dieser Faktoren. Die Nachfrage nach Gold bleibt ein Gegengewicht zu den geldpolitischen Belastungen. Der September hat jedoch gezeigt, dass selbst kräftige Käufe einen Preisrückgang nicht zwangsläufig aufhalten. Die Entlastung am Anleihemarkt ist ein positives Signal – noch keine Bestätigung einer dauerhaften Trendwende.
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