Die Zahlen sind weiter rot, der Kurs dreht trotzdem ins Plus. Evotec legte am Dienstagabend vorläufige Neunmonatswerte vor, die über den Markterwartungen liegen. Am Mittwochmorgen reagierte die Aktie auf Tradegate mit einem Aufschlag von mehr als sieben Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss.
Was die Vorabzahlen zeigen
Der Wirkstoff-Entwickler aus Hamburg erwartet für die ersten neun Monate 2026 einen Konzernumsatz von rund 465 Millionen Euro. Das bereinigte Konzern-EBITDA liegt bei etwa minus 42,8 Millionen Euro. Die Angaben beruhen auf vorläufigen Ergebnissen.
Warum übertrifft Evotec die Erwartungen? Das Unternehmen verweist vor allem auf die zeitliche Verteilung der Konsensschätzungen. Gemeint ist offenbar: Analysten hatten Umsätze und Kosten anders über das Jahr verteilt, als sie tatsächlich anfielen. Eine operative Wende steckt dahinter nicht zwingend. Das Ergebnis bleibt klar negativ.
Prognose bestätigt
Für das Gesamtjahr hält der im SDAX notierte Konzern an seinem Ausblick fest. Der Umsatz soll zwischen 570 und 610 Millionen Euro liegen. Das bereinigte EBITDA wird bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro erwartet.
Bei konstanten Wechselkursen fallen die Spannen günstiger aus: Der Umsatz läge dann bei 595 bis 635 Millionen Euro, das EBITDA bei minus 60 bis minus 90 Millionen Euro.
Das Signal ist deshalb wichtig, weil Evotec die Ziele Mitte Juli deutlich gesenkt hatte. Als Gründe nannte das Unternehmen verzögerte Meilensteinzahlungen und neue Partnerschaften, die später als geplant zustande kamen. Dass der Vorstand nun nicht nachlegen muss, nimmt zumindest etwas Druck aus der Debatte.
Einordnung
Rechnerisch ergibt sich aus den Neunmonatswerten ein Fingerzeig fürs Schlussquartal. Bei 465 Millionen Euro Umsatz bis September müsste Evotec im vierten Quartal je nach Prognosespanne zwischen rund 105 und 145 Millionen Euro erlösen, um die Jahresziele zu erreichen. Beim EBITDA bliebe nach den bisherigen minus 42,8 Millionen Euro noch Spielraum bis zur unteren Prognosegrenze von minus 105 Millionen Euro.
Die vollständigen Neunmonatszahlen stehen noch aus. Sie dürften zeigen, ob die Mittelzuflüsse aus Meilensteinen und neuen Partnerschaften tatsächlich im Plan liegen.
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