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Demire Aktie: Verkauf überstrahlt Zahlen

Trotz angehobener Prognose belasten verschobene Immobilienverkäufe die Demire-Aktie. Der geplante Anteilsverkauf von Apollo und Wecken prägt die weitere Entwicklung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mieteinnahmen sinken deutlich
  • Prognoseanhebung durch Verkaufsverschiebung
  • Großaktionäre planen Anteilsverkauf
  • Aktie notiert unter Nettoinventarwert

Demire hebt die Jahresprognose an – und ausgerechnet das ist keine gute Nachricht. Der Grund für die Anhebung liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in verzögerten Immobilienverkäufen. Wer genauer hinschaut, erkennt: Die eigentliche Geschichte spielt sich gerade auf Ebene der Großaktionäre ab.

Kostendisziplin trifft auf schrumpfende Mieten

Im zweiten Quartal sanken die Mieteinnahmen um 16,9 Prozent auf 11,5 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind Immobilienverkäufe sowie ein Anstieg des Leerstands um 4,2 Prozentpunkte auf 21,5 Prozent. Im Quartalsvergleich fiel der Rückgang mit 1,1 Prozent allerdings deutlich moderater aus, neue Mietverträge in Bonn und Celle wirkten bereits stabilisierend.

Auf der Kostenseite lief es besser als erwartet. Die operativen Aufwendungen zur Miet-Generierung fielen um 18,8 Prozent, die Verwaltungskosten sanken um 7,3 Prozent. Der Funds From Operations kletterte auf 1,7 Millionen Euro, nach 0,3 Millionen im ersten Quartal – ein Wert, der die Erwartungen deutlich übertraf.

Warum die höhere Prognose kein Erfolgssignal ist

Der Vorstand hebt die Jahresziele an: Die Mieteinnahmen sollen nun zwischen 42,5 und 44,5 Millionen Euro liegen, beim FFO I peilt das Management 0,5 bis 2,5 Millionen Euro an. Beide Spannen liegen über den bisherigen Zielen. Der Haken dabei: Die Anhebung spiegelt vor allem verschobene Objektverkäufe wider, nicht eine bessere operative Entwicklung.

Zur Einordnung: Die annualisierten Mieteinnahmen des zweiten Quartals von 45,8 Millionen Euro liegen nahe am gemeldeten Vertragsmietniveau von 46,0 Millionen Euro. Das deutet darauf hin, dass im laufenden Jahr kaum noch weitere Verkäufe stattfinden dürften – obwohl das Management während der Telefonkonferenz an drei geplanten Transaktionen für die zweite Jahreshälfte festhielt.

Der eigentliche Kurstreiber: der Verkaufsprozess

Apollo und der Großaktionär Wecken haben einen strukturierten Prozess zum Verkauf ihres gemeinsamen Anteils von rund 91 Prozent eingeleitet. Dieser Schritt dürfte den fundamentalen Ausblick der Aktie deutlich stärker prägen als die Quartalszahlen selbst. Überschreitet ein Käufer die Schwelle von 30 Prozent, greift ein Pflichtangebot – das würde eine Preisuntergrenze für den Streubesitz setzen.

Ein Aktiendeal könnte zudem die Change-of-Control-Klausel der Anleihe 2019/2027 im Volumen von 247 Millionen Euro auslösen, die aktuell deutlich im Geld liegt. Dass der Anleihemarkt dies derzeit nicht als unmittelbar bevorstehendes Ereignis einpreist, lässt sich als Hinweis auf Zurückhaltung bei der Zeitplanung des Verkaufsprozesses lesen.

Die Aktie notiert derzeit rund 74 Prozent unter dem ausgewiesenen Nettoinventarwert des Unternehmens. Zeitpunkt und Ausgang des Verkaufsprozesses bleiben ungewiss – für Investoren mit Fokus auf Sondersituationen bleibt genau dieser Abschlag der zentrale Bezugspunkt der kommenden Monate.

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Diskussion zu Demire Deutsche Mittelstand Real Estate

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.

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