Die Commerzbank verschickt Post an Millionen Privatkunden. Es geht nicht um die Übernahmeschlacht mit UniCredit, sondern um die Kreditkarte im Portemonnaie. Wer eine Mastercard Classic besitzt, soll auf Visa umsteigen.
Millionen Kunden erhalten Post
In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, kündigt die Bank an: „Wir ändern unser Angebot und stellen künftig Ihre Mastercard Classic ein.“ Für den Wechsel zur Visa Classic braucht die Bank die Zustimmung der Kunden. Reagiert niemand, kann die Karte spätestens zum Ablaufdatum gekündigt werden.
Wer trotzdem an Mastercard festhalten will, hat eine Option. Die Bank bietet einen Wechsel ins Premium-Konto an. Das kostet 12,90 Euro im Monat, deutlich mehr als die 4,90 Euro für das digitale Girokonto.
Die Umstellung läuft stufenweise. Eine Banksprecherin bestätigte dem Handelsblatt, dass das Mastercard-Portfolio schrittweise durch Visa-Karten ersetzt wird. Die betroffenen Kunden erfahren davon in mehreren Tranchen.
Strategische Partnerschaft seit 2025
Der Kartentausch kommt nicht überraschend. Commerzbank und Visa hatten ihre strategische Partnerschaft bereits im Februar 2025 angekündigt. Visa löst Mastercard damit als bevorzugten Kartenanbieter im Privatkundengeschäft ab.
Für die Kunden selbst ändert sich praktisch wenig. Nicht der Kartenanbieter entscheidet über Gebühren, Zusatzleistungen oder Verfügungsrahmen, sondern die Bank selbst. Auch bei der Akzeptanz gibt es kaum Unterschiede: Visa und Mastercard funktionieren beide in über 200 Ländern.
Aktie nahe Rekordhoch
Während sich das Kartengeschäft neu sortiert, läuft die Aktie weiter. Der Titel schloss am Freitag bei 38,67 Euro, ein Plus von 2,41 Prozent. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro fehlen nur noch 0,46 Prozent.
Der Zwölf-Monats-Blick zeigt ein Kursplus von 33,34 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 5,92 Prozent zu Buche. Auf Monatssicht kletterte der Kurs um 7,06 Prozent. Der Titel notiert damit 4,84 Prozent über der 50-Tage-Linie und 12,40 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Der RSI liegt bei 61,7. Das signalisiert: Die Aktie gilt charttechnisch nicht als überkauft. Nach oben bleibt also rechnerisch noch Spielraum. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 22,81 Prozent.
Operatives Geschäft läuft weiter
Der Kartentausch zeigt: Die Commerzbank treibt ihr Tagesgeschäft trotz der laufenden Übernahmeauseinandersetzung mit UniCredit weiter voran. Kunden, die ein entsprechendes Schreiben erhalten, sollten Fristen und mögliche Kontowechsel genau prüfen. Kartennummer, PIN oder bestehende Zahlungsvereinbarungen können sich durch die Umstellung ändern.
Ob der Kartenwechsel die Kundenbindung oder das Provisionsergebnis der Bank spürbar beeinflusst, zeigen erst die kommenden Quartalsberichte.
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