Der Getränkeriese prüft den Ausstieg aus dem Kaffeegeschäft. Nach sechs Jahren zeigt sich Coca-Cola enttäuscht von der 5-Milliarden-Dollar-Akquisition und hat die Investmentbank Lazard mit der Prüfung strategischer Optionen beauftragt – einschließlich eines kompletten Verkaufs von Costa Coffee.
Erste Gespräche mit einer kleinen Gruppe potenzieller Kaufinteressenten haben bereits stattgefunden. Dabei sollen vor allem Private-Equity-Gesellschaften ihr Interesse bekundet haben. Unverbindliche Angebote werden für den frühen Herbst erwartet, auch wenn ein Verkauf noch nicht endgültig beschlossen ist.
Die Ernüchterung ist groß
CEO James Quincey hatte bereits im Juli deutliche Worte gefunden: „Unsere Investition in Costa ist nicht dort, wo wir sie aus Sicht unserer Investitionsthese haben wollten.“ Der Manager kündigte eine grundlegende Überprüfung der Kaffee-Strategie an.
Die Probleme liegen auf der Hand: Costa kämpft mit schwächelnden Verkaufszahlen, anhaltendem Inflationsdruck und wählerischen Verbrauchern. Trotz der Präsenz in rund 50 Ländern konnte die Kette nicht die erhofften Synergien mit dem Coca-Cola-Imperium entwickeln.
Strategische Neuausrichtung im Fokus
Ein möglicher Verkauf würde zur aktuellen Konsolidierungswelle in der Lebensmittelbranche passen. Unternehmen suchen verstärkt nach Größenvorteilen, um den Herausforderungen durch Inflation und veränderte Verbraucherpräferenzen zu begegnen.
Gleichzeitig arbeitet Coca-Cola in den USA bereits an anderen Fronten: Das Unternehmen kündigte im Juli an, in Amerika wieder echten Rohrzucker zu verwenden – eine Reaktion auf die „Make America Healthy Again“-Initiative von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
Für Anleger dürfte ein Costa-Verkauf durchaus positiv sein: Das Unternehmen könnte sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren und gleichzeitig Kapital für rentablere Investitionen freisetzen.
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