Cherry SE sichert sich in einer kritischen Phase finanzielle Rückendeckung. Der Großaktionär Argand stellt eine Liquiditätszusage von bis zu 5,6 Millionen Euro bereit. Diese Maßnahme verschafft dem Peripheriegeräte-Spezialisten den nötigen Spielraum für den laufenden Konzernumbau.
Der Markt reagiert dennoch empfindlich auf die Gesamtlage. Die Aktie verliert am Mittwoch rund 7,7 Prozent an Wert und rutscht auf 0,45 Euro. Damit notiert das Papier nur noch knapp über dem bisherigen Jahrestief.
Restrukturierung zeigt erste Wirkung
Die Finanzspritze ist eng mit dem Sanierungsprogramm „Project Blossom“ verknüpft. Cherry strebt damit jährliche Kosteneinsparungen von acht Millionen Euro an. Bis zum Jahr 2027 will das Unternehmen die Gewinnschwelle erreichen.
Die Zahlen für das erste Quartal 2026 belegen den hohen Handlungsdruck. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 20,8 Millionen Euro. Indes verbesserte sich das bereinigte EBITDA auf minus 0,6 Millionen Euro, was auf erste Erfolge der Sparmaßnahmen hindeutet. Positiv hervorzuheben ist der freie Cashflow, der bei 1,1 Millionen Euro lag.
Strategische Verkäufe und Aktienzusammenlegung
Neben den internen Einsparungen bereitet der Vorstand den Verkauf eines kompletten Unternehmenssegments vor. Parallel dazu plant Cherry eine außerordentliche Hauptversammlung. Dort sollen die Aktionäre über eine Aktienzusammenlegung entscheiden, um den Kurs optisch zu stabilisieren und die Aktie für institutionelle Investoren wieder attraktiver zu machen.
Die Analysten der Montega AG bleiben vorerst vorsichtig. Sie belassen ihre Einstufung auf „Halten“ mit einem Kursziel von 0,55 Euro. Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung der Transformationsstrategie, für die durch die Zusage des Großaktionärs bis Juni 2027 Zeit gewonnen wurde.
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