Der chinesische Batterieriese CATL wagt einen überraschenden Schritt in die Technologiewelt. Das Unternehmen plant laut Branchenberichten aus dem Mai 2026 eine Beteiligung am KI-Startup DeepSeek. CATL will an einer bevorstehenden Finanzierungsrunde des künstliche-Intelligenz-Spezialisten teilnehmen.
Die Aktie notiert am Freitag bei umgerechnet 411,16 Yuan – ein Minus von 0,11 Prozent. Damit bleibt das Papier knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 418,28 Yuan. Das 52-Wochen-Hoch bei 460 Yuan liegt gut zehn Prozent entfernt.
Einstieg ins KI-Geschäft
Die Expansion in den KI-Sektor folgt einer klaren Logik. CATL will sein Kerngeschäft mit den wachsenden Energiebedürfnissen digitaler Infrastruktur verbinden. Das Unternehmen positioniert sich als Anbieter von Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Eine Beteiligung an DeepSeek soll helfen, diese Energielösungen mit dem Boom großer Computereinheiten zu verknüpfen.
DeepSeek führt derzeit eine Finanzierungsrunde durch, die auf rund 50 Milliarden Yuan abzielt – umgerechnet etwa 7,36 Milliarden US-Dollar. Branchenkenner schätzen, dass die Bewertung des KI-Startups nach der Kapitalerhöhung auf über 350 Milliarden Yuan steigen könnte. Parallel plant DeepSeek den Bau eines Rechenzentrums in Ulanqab in der Inneren Mongolei.
Partnerschaften und Europa-Pläne
Parallel zu den KI-Plänen treibt CATL seine klassischen Kooperationen voran. Der Technologievorstand Gao Huan führte kürzlich Gespräche mit FAW Jiefang über eine engere Zusammenarbeit bei Nutzfahrzeugen mit neuer Energie. Im Fokus stand die Integration von Batterietechnologie und der Ausbau der Lade-Infrastruktur für schwere Transporter. Beide Seiten prüften bestehende Modelle wie die Baureihen „J6Pro“ und „Taishan“ für gemeinsame Folgeprojekte.
Zudem lotet CATL die Einführung seines Batteriewechsel-Systems in Europa aus. Das Unternehmen verspricht sich davon niedrigere Anschaffungskosten für E-Auto-Käufer und eine längere Nutzungsdauer der Akkus.
Marktanalysten bewerten die Aktie derzeit positiv. Der durchschnittliche Konsens liegt bei „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel deutet auf deutliches Aufwärtspotenzial hin. Ob die KI-Wette aufgeht, wird sich beim nächsten Quartalsbericht zeigen – tiefere Einblicke in die Finanzierungskonditionen dürften dann folgen.
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