BYD startet diese Woche mit einer dichten Abfolge aus Produktlaunches und einem mit Spannung erwarteten Technologieevent. Zwei neue Plug-in-Hybrid-SUVs, ein Ausblick auf die nächste Generation des firmeneigenen Fahrassistenzsystems — der chinesische Elektroautobauer schiebt sein Technologieprofil gezielt in Richtung Software.
Sealion 06 DM-i ab sofort bestellbar
Den Anfang macht der 2026er Sealion 06 DM-i, der seit Dienstag offiziell auf dem chinesischen Markt erhältlich ist. Der kompakte Hybrid-SUV kommt in vier Varianten zu Preisen zwischen umgerechnet rund 17.000 und 21.000 Euro.
Das Herzstück ist BYDs fünfte DM-Hybridgeneration. Sie bringt eine rein elektrische Reichweite von 310 Kilometern nach CLTC-Norm und einen Kraftstoffverbrauch von 3,3 Litern auf 100 Kilometer bei leerem Akku. Kombiniert aus vollem Tank und voller Batterie soll der Wagen knapp 1.850 Kilometer weit kommen.
Optional lässt sich das Fahrerassistenzsystem „God’s Eye B“ (DiPilot 300) zubuchbar, das unter anderem automatisiertes Fahren auf Stadtstraßen und Autobahnen, Ampelerkennung mit Countdown sowie Kreisverkehrsnavigation beherrscht. Die Verkaufszahlen zeigen bereits Dynamik: Im April wurden knapp 19.650 Einheiten abgesetzt — ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber März.
Song Ultra DM-i und ADAS-Event am 28. Mai
Einen Tag später, am 28. Mai, folgt der nächste Schlag: BYD launcht den Song Ultra DM-i, die Plug-in-Hybrid-Variante der Song-Ultra-Baureihe. Mit 4.850 Millimeter Länge und 2.840 Millimeter Radstand positioniert sich das Fahrzeug als Mittelklasse-SUV.
Zwei Akkupakete stehen zur Wahl — 26,6 kWh mit 205 Kilometern elektrischer Reichweite oder 38 kWh mit 310 Kilometern. Auch hier kommt die fünfte DM-Technologiegeneration zum Einsatz. Das rein elektrische Schwestermodell Song Ultra EV war im März zu Preisen ab umgerechnet rund 20.000 Euro gestartet.
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Zeitgleich mit dem Fahrzeuglaunch hält BYD am 28. Mai eine Strategiekonferenz zu intelligentem Fahren ab. Erwartet werden Ankündigungen zur breiteren Ausrollung des „God’s Eye“-Systems — und möglicherweise neue Details zu KI-Trainingssystemen für Fahrassistenzfunktionen.
God’s Eye: Millionen Fahrzeuge, Milliarden Datenpunkte
Das God’s Eye-System ist bereits auf knapp drei Millionen BYD-Fahrzeugen aktiv und generiert täglich mehr als 190 Millionen Kilometer verwertbare Fahrdaten. Die Plattform gliedert sich in drei Stufen: Die Premiumvariante God’s Eye A bleibt der Luxusmarke Yangwang vorbehalten, während die Varianten B und C die breite Dynasty- und Ocean-Modellpalette sowie die Marken Denza und Fang Cheng Bao abdecken. Anfang 2026 hatte BYD bereits God’s Eye 5.0 als neue Flaggschiff-Software vorgestellt.
Die Konferenz am Mittwoch ist damit mehr als ein Produktevent. BYD signalisiert, dass der nächste Wachstumstreiber nicht allein aus der Batterietechnik kommen soll — sondern aus Software und Fahrdaten.
Exportrekord als Rückenwind
Während der Heimatmarkt unter Preisdruck steht, läuft das Auslandsgeschäft auf Hochtouren. Im April lieferte BYD mehr als 134.500 Pkw und Pickups ins Ausland — ein Anstieg von fast 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Konzern zwischen fünf und 5,5 Millionen Auslieferungen an, was einem Wachstum von bis zu 20 Prozent entspräche.
Die H-Aktie notiert aktuell bei 93,65 Hongkong-Dollar — und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 154,33 HKD. Ob die Ankündigungen vom 28. Mai die Bewertungslücke schließen können, hängt davon ab, wie konkret BYD seine ADAS-Roadmap präsentiert.
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