BYD macht auf drei Fronten gleichzeitig Druck. Der chinesische Elektroautobauer treibt eine mögliche Formel-1-Beteiligung voran, startet den Markteintritt in Kanada — und zwingt Ford in Australien zu Preiszugeständnissen.
Gespräche über Formel-1-Einstieg
Im Mai traf Stella Li, Executive Vice President bei BYD, in Cannes den früheren Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Thema: ein möglicher BYD-Einstieg in die Formel 1. Bereits im März hatte Li beim Großen Preis von China mit F1-CEO Stefano Domenicali gesprochen.
Offiziell bestätigt BYD noch nichts. Der Zeitpunkt der Gespräche ist jedoch kein Zufall. Ab 2026 gelten in der Formel 1 neue technische Regeln. Der Elektroanteil steigt deutlich. Genau das macht die Serie für einen Hersteller wie BYD attraktiv.
Als Eintrittswege kommen zwei Optionen infrage: die Übernahme eines bestehenden Teams oder der Aufbau eines zwölften Rennstalls von Grund auf.
Kanada-Start mit Rückenwind
Parallel dazu hat BYD den Markteintritt in Kanada offiziell bestätigt. Noch Ende 2026 sollen mehr als 20 Händler öffnen. Den Weg dafür ebnete ein Handelsabkommen zwischen Kanada und China vom Januar 2026. Es senkte die Importzölle auf chinesische Elektroautos von 100 auf 6,1 Prozent.
Für 2026 gilt ein Importkontingent von 49.000 Fahrzeugen. Bis 2030 steigt es auf 70.000. BYD startet in Toronto, Vancouver, Montreal und Calgary. Zum Auftakt stehen drei Modelle bereit: der Kompakt-SUV Atto 3, die Limousine Seal und der Hatchback Dolphin.
Ford reagiert auf BYD-Druck in Australien
In Australien zeigt sich, wie BYD etablierte Hersteller unter Zugzwang setzt. Der BYD Shark 6 trat dort mit einem Einstiegspreis von rund 55.900 australischen Dollar an. Ford antwortete mit einem neuen Ranger XL PHEV für 59.000 australische Dollar — deutlich günstiger als das bisherige XLT-Modell.
Das Performance-Modell des Shark 6 kostet 62.900 australische Dollar und liefert 350 Kilowatt sowie 700 Newtonmeter Drehmoment. Die Anhängelast liegt bei 3.500 Kilogramm. Ford musste seine Preisstruktur spürbar anpassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Ob BYD in der Formel 1 antritt, entscheidet sich wohl in den kommenden Monaten — spätestens wenn die Teams für die neue Ära 2026 ihre Partnerschaften fixieren.
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