Mit dem Verkauf des Krebsmedikaments Stivarga setzt der Leverkusener Konzern einen weiteren Schritt bei der Umgestaltung seines Pharmageschäfts um. Die Transaktion mit dem Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal, die am 21. September bekannt gegeben wurde, bringt Bayer Erlöse von bis zu 375 Millionen Euro ein. Der Schritt markiert den gezielten Abschied von einem etablierten Produkt vor dem absehbaren Ende des Patentschutzes.
Vorzeitige Weichenstellung vor Patentabläufen
Für das Krebsmedikament mit dem Wirkstoff Regorafenib läuft die Exklusivität in den kommenden Jahren aus. Nach Unternehmensangaben wird der Verlust des Exklusivitätsschutzes für Stivarga in der Europäischen Union für das Jahr 2029 und in den USA für das Jahr 2030 erwartet.
Käufer Grünenthal kalkuliert für das Jahr 2027 mit einem Beitrag zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von bis zu rund 100 Millionen Euro aus dem erworbenen Präparat.
Für Bayer bedeutet die Veräußerung eine vorgezogene Monetarisierung des etablierten Mittels, während das Unternehmen gleichzeitig Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auf neuere Wirkstoffe ausrichtet.
Medienberichten zufolge ergänzt der Deal frühere Portfolio- und Pipeline-Entscheidungen, wie etwa die am 6. Mai gemeldete Vereinbarung zur Übernahme des US-Biotech-Unternehmens Perfuse Therapeutics für eine Vorabzahlung von 300 Millionen US-Dollar und Gesamtzahlungen von bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar.
Operativer Rahmen und Rechtsstreitigkeiten
Die strategischen Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund einer stabilisierten operativen Geschäftsentwicklung im laufenden Turnus. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Bayer ein bereinigtes EBITDA von 2,144 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Dabei legte das Ergebnis der Agrarsparte Crop Science um 30,2 Prozent auf 902 Millionen Euro zu.
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an der Prognose eines bereinigten EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro sowie eines Kernergebnisses je Aktie von 4,30 bis 4,90 Euro fest.
Parallel dazu treibt der Konzern die rechtliche und finanzielle Konsolidierung voran. Vor rund zwei Wochen fand vor einem Gericht in Missouri die Anhörung zur finalen Genehmigung des Glyphosat-Sammelvergleichs statt; eine Gerichtsentscheidung dazu steht noch aus.
Am Aktienmarkt schloss das Bayer-Papier am Freitag bei 50,20 Euro und notiert damit 6,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro.
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