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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

BASF Aktie: Verträgt BASFs Umbau einen Evonik-Deal?

Ein Experte sieht BASFs Bewertung durch die höhere Ergebnisprognose gestützt, gewichtet aber das Risiko eines teuren Evonik-Kaufs stärker.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Keine formellen Gespräche mit Evonik
  • Zhanjiang-Erträge könnten Erwartungen verfehlen
  • Faires Bewertungsniveau bei rund 60 Euro
  • Cashflow-Untergrenze für 2026: 1,5 Milliarden Euro

Wie viel finanziellen Spielraum lässt BASFs Umbau für eine mögliche Evonik-Übernahme, während der neue Verbundstandort Zhanjiang anläuft und der Börsengang der Agrarsparte vorbereitet wird? Die Sondierungen sind unverbindlich, zugleich hat BASF seine Ergebnisprognose angehoben. Die Redaktion spricht darüber mit Dieter Jaworski.

BASF (DE000BASF111) — Schlusskurse 31.03.2026 bis 25.09.2026, Angaben in EUR. Stand: 25.09.2026.

BASF (DE000BASF111) — Schlusskurse 31.03.2026 bis 25.09.2026, Angaben in EUR. Stand: 25.09.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: BASF hat Evonik und die RAG-Stiftung wegen einer möglichen Übernahme angesprochen; formelle Verhandlungen laufen nicht. Wie groß ist das Risiko für Ihre Sicht auf BASF schon jetzt?

Dieter Jaworski: Groß genug, um genauer auf die Prioritäten zu schauen. Die naheliegende Sorge gilt dem Preis einer Übernahme und der Belastung der Bilanz.

Was ich stärker gewichte: BASF steckt bereits Kapital in Zhanjiang, dessen Erträge wegen chinesischer Überkapazitäten hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben dürften. Wenn der Konzern in dieser Lage einen weiteren Großumbau prüft, muss er erklären, was zuerst kommt. Die Rechnung ist offen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Die Rechnung ist offen.“ Wieso werten Sie den Vorstoß bereits als Belastung, wenn noch keine Verhandlungen laufen?

Dieter Jaworski: Weil schon die Absicht zeigt, wohin die Aufmerksamkeit wandert. BASF räumt gerade im eigenen Haus auf; ein zweites großes Bauprojekt passt da schlecht. Die Gespräche können versanden. Mein Unbehagen bleibt.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Was ist BASF ohne einen Evonik-Deal wert, und woran messen Sie, ob Ihre Einschätzung trägt?

Dieter Jaworski: Der Verbund ist echte Substanz. BASF spart allein in Ludwigshafen nach eigenen Angaben jährlich rund 300 Millionen Euro an Transportkosten, weil Anlagen und Stoffströme ineinandergreifen. Hohe Energiekosten nehmen diesem Vorteil allerdings einen Teil seiner Kraft.

Mein faires Niveau liegt bei rund 60 Euro. Ich messe die These laufend am freien Cashflow – dem Geld, das nach dem laufenden Geschäft und den Investitionen übrig bleibt. Fällt er nachhaltig unter die für 2026 prognostizierte Untergrenze von 1,5 Milliarden Euro, liege ich mit meiner Einschätzung falsch.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Ihr faires Niveau entspricht dem Median des Analysten-Konsenses. Ist die Gefahr, auf die Sie abheben, damit nicht längst berücksichtigt?

Dieter Jaworski: Sie vermengen den geschätzten Wert mit der Einschätzung, wie leicht BASF ihn verspielen kann. Die angehobene Ergebnisprognose stützt die Bewertung; daran gibt es wenig zu deuteln. Für mich hängt jedoch mehr daran, ob BASF trotz der schwächeren Ertragsperspektive in Zhanjiang finanziell diszipliniert bleibt. Ein teurer Evonik-Deal würde diese Rechnung verändern. Gleicher Wert, unterschiedliche Fehlertoleranz.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Was müsste BASF bei Evonik vorweisen, damit Sie den möglichen Zukauf als sinnvollen Teil des Umbaus ansehen?

Dieter Jaworski: Einen Preis und eine Finanzierung, die die Bilanz nicht spürbar einengen. Vor allem müsste BASF zeigen, welche Produktion sich tatsächlich besser verbinden ließe.

Die Kostenvorteile des bestehenden Verbunds lassen sich nicht einfach auf Evonik übertragen; dafür braucht es einen konkreten Weg durch die Anlagen. Der geplante Börsengang der Agrarsparte darf dabei nicht zur Geldbeschaffung unter Druck werden. Größer zu werden ist noch keine Leistung.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie messen Ihre These an der Untergrenze von 1,5 Milliarden Euro freiem Cashflow. Welches Gesamturteil folgt daraus für BASF angesichts der Evonik-Sondierungen?

Dieter Jaworski: BASF hat ein starkes Geschäft, aber wenig Spielraum für einen kostspieligen Richtungswechsel. Solange der freie Cashflow trägt und aus den Sondierungen keine teure Übernahme wird, halte ich meine Bewertung für vertretbar. Den möglichen Deal gewichte ich derzeit schwerer als die angehobene Ergebnisprognose. Eine gute Fabrik macht noch keinen guten Kaufpreis.

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Diskussion zu BASF

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.