Operativ läuft es rund, rechtlich bleibt es riskant. Bayer liefert zum Jahresstart 2026 überraschend starke Zahlen ab. Besonders das Agrargeschäft treibt den Gewinn unerwartet deutlich nach oben.
Lizenzen treiben die Marge
Zum Jahresstart meldet der Konzern einen Umsatz von 13,4 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis klettert um neun Prozent auf 4,45 Milliarden Euro. Damit übertrifft Bayer die Markterwartungen deutlich.
Ein starker Treiber war das Agrargeschäft. Die Sparte Crop Science wuchs moderat. Sie profitierte aber von lukrativen Lizenzerlösen im Soja-Bereich. Das Ergebnis je Aktie drehte kräftig ins Plus und erreichte 2,81 Euro.
Analysten reagieren gemischt. Die Schweizer Großbank UBS rät zum Kauf und nennt ein Kursziel von 52 Euro. Deutsche Bank Research stuft das Papier auf Halten ein. Analysten sehen die Aktie bei 45 Euro fair bewertet und verweisen auf anhaltende juristische Risiken.
Schulden drücken auf die Bilanz
Trotz der operativen Erfolge drückt ein riesiger Schuldenberg auf die Bilanz. Die Nettofinanzverschuldung liegt aktuell bei 32,5 Milliarden Euro. Milliarden für Rechtsvergleiche flossen bereits ab.
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Die Folge: eine niedrige Bewertung. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von knapp 0,8 notiert Bayer weit unter dem Branchendurchschnitt. Für das Gesamtjahr bestätigt der Vorstand seine Prognose. Das Management peilt einen Kerngewinn von mindestens 4,10 Euro je Aktie an.
Wichtige Urteile im Sommer
Im Sommer fallen wichtige juristische Entscheidungen im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat. Im Juni endet die Frist für einen geplanten Sammelvergleich. Für Juli erwarten Marktbeobachter ein richtungsweisendes Urteil des US-Supreme Court. Der Ausgang dieser Verfahren könnte über eine mögliche Aufspaltung des Konzerns entscheiden.
Die Börse honoriert die jüngste Entwicklung. Auf Jahressicht verzeichnet die Bayer-Aktie ein Plus von gut 71 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 38,06 Euro lässt das Papier den 200-Tage-Durchschnitt deutlich hinter sich.
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