ASML hat im dritten Quartal geliefert, was der KI-Boom versprochen hat. Der Chipausrüster hebt zudem seine viel beachtete Kapazitätsprognose an. Konzernchef Christophe Fouquet spricht von einer Nachfrage, die das geplante Angebot übersteigen dürfte.
Umsatz und Gewinn legen deutlich zu
Der Umsatz stieg auf knapp 11,7 Milliarden Euro, nach 9,3 Milliarden im Vorquartal. Damit lag er im Rahmen der Analystenerwartungen. Im Vorjahresquartal hatte ASML noch 7,52 Milliarden Euro erlöst.
Die Bruttomarge verbesserte sich um 3,5 Prozentpunkte auf 57,5 Prozent. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen knapp fünf Milliarden Euro, nach fast drei Milliarden im Vorquartal.
Der Ausblick fällt etwas optimistischer aus als zuletzt. Für das vierte Quartal peilt ASML einen Umsatz zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro an, bei einer Bruttomarge von rund 57 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 stellt der Konzern Erlöse von 44 bis 45 Milliarden Euro in Aussicht. Die Bruttomarge soll bei rund 56 Prozent liegen.
Kunden planen bis 2030
Fouquet zufolge steigt die kurz- und mittelfristige Nachfrage weiter, vor allem getrieben durch KI-Investitionen. Einige Kunden hätten bereits Interesse signalisiert, Bestellungen für 2029 und sogar 2030 zu platzieren. Das ist ein ungewöhnlich langer Planungshorizont.
Die Dynamik im Auftragseingang nehme im laufenden Jahr von Quartal zu Quartal zu, so der Manager. Das derzeit für 2027 und 2028 geplante Angebot werde die Nachfrage deshalb nicht vollständig decken. ASML prüft daher, die Kapazität für 2028 über die bereits kommunizierte Steigerung von 30 Prozent hinaus zu erhöhen.
Konkrete Zahlen zu einer solchen Ausweitung nennt der Konzern bislang nicht. Genau hier dürften Analysten nachhaken: Wie weit lässt sich die Fertigung hochfahren, und zu welchen Kosten? Die Antwort bestimmt, wie viel vom Auftragsüberhang tatsächlich in Umsatz mündet.
Für das laufende Schlussquartal gilt der Umsatzsprung auf bis zu 15,2 Milliarden Euro als nächste Messlatte. Ob die Marge dabei wie angekündigt bei rund 57 Prozent landet, zeigt sich mit den Zahlen zum vierten Quartal.
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