Eine positive Einschätzung des Analysehauses Robert Baird hat den Papieren von Zscaler gestern deutlichen Auftrieb verliehen. Analyst Shrenik Kothari berichtete am Montag von einer „stärker als befürchteten“ Nachfrage nach den Plattformen des IT-Sicherheitsdienstleisters.
Die Aktie schloss den Handelstag bei 163,88 € ab, was einem Plus von 3,1 % entsprach. Parallel zur Markteinschätzung verkündete das Unternehmen eine strategische Ausweitung seiner Vertriebsstruktur.
Strategische Expansion im US-Mittelstand
Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Carahsoft will Zscaler künftig verstärkt kleine und mittlere Unternehmen in den USA adressieren. Die Partnerschaft sieht vor, die „Zero Trust Exchange“-Lösung des Unternehmens breiter im Mittelstand zu distribuieren. Dies markiert einen wichtigen Schritt, um über das Segment der Großkunden hinaus neue Marktanteile zu gewinnen.
Das Unternehmen setzt dabei auf die wachsende Notwendigkeit von Cloud-Sicherheitsarchitekturen, während klassische, standortgebundene Netzwerkkonzepte in modernen Arbeitsumgebungen zunehmend an Bedeutung verlieren.
Die operativen Impulse kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Investoren. Am kommenden Donnerstag wird Zscaler nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal 2026 vorlegen.
Medienberichten zufolge erwarten Marktbeobachter einen Umsatz von rund 877 Millionen US-Dollar. Dies würde einer Steigerung von 22 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprechen. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie liegt der Konsens bei 1,09 US-Dollar.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial vor Bilanztermin
Innerhalb der Analystenzunft herrscht kurz vor der Zahlenbekanntgabe eine optimistische Grundstimmung vor. Shrenik Kothari von Robert Baird bestätigte gestern seine Kaufempfehlung, reduzierte jedoch das Kursziel leicht auf 220,00 US-Dollar. Er begründete die Einstufung mit der soliden operativen Entwicklung der Plattformen.
Bereits am Donnerstag der vergangenen Woche hatte JPMorgan Chase & Co. das Kursziel für die Aktie von 205,00 auf 215,00 US-Dollar angehoben. Die Experten verwiesen dabei auf das langfristige Vertrauen in das Wachstum des Cloud-Security-Marktes.
Zscaler war erst vor rund einem Monat als „Leader“ im Gartner Magic Quadrant für Single-Vendor SASE-Plattformen eingestuft worden. Diese Marktposition untermauert das Unternehmen auch durch gezielte Investitionen in Zukunftstechnologien.
Am Freitag beteiligte sich der Konzern an einer Finanzierungsrunde über 43 Millionen US-Dollar für das KI-Forschungsunternehmen Deep Cogito. Ziel der Kooperation ist die Erforschung von selbstverbessernden Modellen der künstlichen Intelligenz.
Auf der Führungsebene gab es unterdessen eine kleinere Aktienveräußerung durch den Finanzvorstand. Kevin Rubin verkaufte am 26. August insgesamt 503 Stammaktien im Rahmen eines zuvor festgelegten Handelsplans zu einem Durchschnittspreis von 173,38 US-Dollar.
Anleger blicken nun gespannt auf den Donnerstagabend, um zu prüfen, ob die Bilanz die jüngste Erholung stützen kann. Mit dem gestrigen Kursanstieg notiert das Papier nun 10 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was die Stabilisierung des Titels in den vergangenen Wochen unterstreicht.
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