Zscaler hat Anleger mit starken Quartalszahlen nicht beruhigt. Der Cybersecurity-Spezialist übertraf die Erwartungen, lieferte aber einen vorsichtigen Ausblick. Die Aktie brach daraufhin um mehr als 31 Prozent ein. Es war der größte Tagesverlust seit dem Börsengang im März 2018.
Gute Zahlen reichen nicht
Im dritten Geschäftsquartal bis Ende April meldete Zscaler einen Umsatz von 850,5 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 25 Prozent zum Vorjahr. Operativ lief das Geschäft also weiter robust.
Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie lag Zscaler über den Erwartungen. Das Ergebnis erreichte 1,08 Dollar, während Analysten im Schnitt 1,01 Dollar erwartet hatten. Soweit so gut.
Der Bruch kam beim Ausblick. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Zscaler beim wiederkehrenden Jahresumsatz und beim Umsatz nur noch 16 bis 17 Prozent Wachstum in Aussicht. Für einen hoch bewerteten Softwaretitel ist das ein klares Signal: Die Wachstumsdynamik lässt nach.
Beim freien Cashflow senkte das Management die Margenprognose auf 22,8 bis 23,3 Prozent. Zuvor hatte Zscaler 26,5 bis 27,0 Prozent angepeilt. Genau diese Kombination traf den Markt hart: weniger Tempo und weniger Cashflow-Spielraum.
Aktie bleibt angeschlagen
Nach dem Zahlen-Schock setzte eine technische Gegenbewegung ein. Am Freitag schloss die Aktie bei 119,92 Euro und gewann 7,42 Prozent. Auf Wochensicht steht trotzdem ein Minus von 23,82 Prozent.
Das größere Bild bleibt schwach. Seit Jahresbeginn verlor Zscaler 36,29 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 45,88 Prozent. Der Rückschlag hat also nicht nur einen schlechten Handelstag ausgelöst.
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Auch die Chartmarken zeigen den Schaden. Vom 52-Wochen-Hoch bei 292,00 Euro ist die Aktie fast 59 Prozent entfernt. Der Kurs liegt zudem klar unter dem langfristigen Durchschnitt von 189,85 Euro.
KI-Sicherheit als Gegenstory
Operativ versucht Zscaler, den nächsten Wachstumstreiber stärker zu besetzen. Vor den Zahlen kündigte das Unternehmen die geplante Übernahme von Symmetry Systems an. Das Startup ist auf Daten- und KI-Sicherheit spezialisiert.
Zscaler will damit seine Zero-Trust-Plattform erweitern. Besonders wichtig ist dabei die Kontrolle von Datenzugriffen und Identitäten bei KI-Agenten. Genau dort entsteht für viele Unternehmen ein neues Sicherheitsproblem.
Dazu kommt Project AI-Guardian. Mit globalen Systemintegratoren will Zscaler Firmen helfen, KI sicherer einzuführen. Die Strategie passt zum Markttrend, sie ändert aber nichts am unmittelbaren Bewertungsproblem.
Analysten reagieren deshalb gespalten. Viele bleiben grundsätzlich konstruktiv, mit durchschnittlichen Kurszielen grob zwischen 197 und 220 Dollar. Morgan Stanley senkte das Ziel jedoch auf 145 Dollar und verwies auf begrenzte Plattformausweitung sowie mehr Wettbewerb im SASE-Markt.
Kurzfristig hängt die Aktie an zwei Punkten: Zscaler muss zeigen, dass das langsamere Wachstum nicht weiter abrutscht. Und das Management muss erklären, warum die Cashflow-Marge deutlich schwächer ausfallen soll. Ohne diese Klarheit dürfte jede Erholung zuerst als Gegenbewegung nach einem harten Ausverkauf gelesen werden.
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