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Symbolbild, KI-generiert

Zscaler Aktie: 26-Prozent-Crash am 27. Mai

Trotz solider Quartalszahlen bricht die Zscaler-Aktie ein. Analysten reagieren mit massiven Kurszielsenkungen auf den Abgang von Vertriebsleitern und eine gesenkte Cashflow-Prognose.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert 26 Prozent an einem Tag
  • Abgang zweier Vertriebsleiter belastet
  • Umsatz steigt, Cashflow-Prognose gesenkt
  • Analysten senken Kursziele drastisch

Ein starkes Quartal hätte eigentlich Anlass zur Freude sein sollen. Stattdessen verlor Zscaler am 27. Mai innerhalb einer Handelssitzung rund 26 Prozent und notiert inzwischen bei 111,64 Euro — fast 62 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 292 Euro. Der Auslöser: nicht die Zahlen, sondern das, was hinter ihnen steckt.

Vertriebsführung als Kernproblem

Evercore ISI strich das Outperform-Rating und senkte das Kursziel auf 155 Dollar — von zuvor 225 Dollar. Begründung: der Abgang zweier hochrangiger Vertriebsleiter zum Ende des dritten Quartals sowie ein vorsichtiger Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027. Zscaler selbst räumte auf dem Earnings Call ein, dass ein Nachfolger bereits ernannt wurde, die zweite Position aber noch besetzt werden muss. Das Management sprach von einem „umsichtigen Ansatz“ bei der Guidance während der Übergangsphase — eine Formulierung, die Analysten als Warnsignal lasen.

RBC Capital behielt zwar sein Outperform-Rating, kürzte das Kursziel aber auf 200 Dollar. Morgan Stanley senkte auf 145 Dollar und verwies auf zunehmenden SASE-Wettbewerb sowie schwächeres Neukundenwachstum. Insgesamt folgten mindestens 15 Kurszielkorrekturen nach dem Quartalsbericht — darunter Rosenblatt Securities mit einer Senkung auf 200 Dollar.

Solide Zahlen, getrübtes Vertrauen

Die operativen Ergebnisse des dritten Quartals waren tatsächlich stark. Der Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 850,5 Millionen Dollar, der Annual Recurring Revenue stieg ebenfalls um 25 Prozent auf 3,525 Milliarden Dollar. Das operative Non-GAAP-Ergebnis lag bei 195,8 Millionen Dollar, entsprechend 23 Prozent der Erlöse.

Für das vierte Quartal erwartet Zscaler Erlöse zwischen 875 und 878 Millionen Dollar — ein Wachstum von rund 22 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen die Umsatzprognose auf knapp 3,33 Milliarden Dollar an. Allerdings senkte es die Free-Cashflow-Marge auf 22,8 bis 23,3 Prozent, nachdem zuvor 26,5 bis 27 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Höhere Investitionsausgaben im hohen einstelligen Prozentbereich des Umsatzes sind der Grund.

Genau diese Kombination — bessere Umsatzzahlen, aber niedrigere Cashflow-Erwartungen und eine wackelige Vertriebsorganisation — gibt Analysten Spielraum, Betriebsleistung und Ausführungsrisiko voneinander zu trennen.

Neukundengeschäft unter der Lupe

Management und Analysten sind sich einig, wo der Druck besonders groß ist: bei der Neukundengewinnung. Zscaler identifizierte das untere Enterprise-Segment — Unternehmen mit 2.000 bis 10.000 Nutzern — als Bereich mit bislang begrenzter Vertriebsabdeckung. Als Gegenmaßnahmen nannte das Unternehmen Kanalanreize, die stärkere Einbindung globaler Systemintegratoren sowie dedizierte Großkundenprogramme.

Die Marktreaktion zeigte, wie schnell sich die Stimmung drehte: In der ersten halben Handelsstunde am 27. Mai wechselten rund 59.000 Optionskontrakte die Hand — etwa das 15-Fache des üblichen Intraday-Volumens. Auch Palo Alto Networks und CrowdStrike gerieten im Sog des Zscaler-Berichts unter Druck.

Mit einem RSI von knapp 70 und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 112 Prozent bleibt die Aktie technisch angespannt. Entscheidend für eine Neubewertung wird sein, ob Zscaler die offene Vertriebsführungsposition zügig besetzt und ob das Neukundengeschäft im laufenden Quartal messbar anzieht — beides dürfte spätestens beim nächsten Quartalsbericht im Herbst auf dem Prüfstand stehen.

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Diskussion zu Zscaler

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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