Der Tiergesundheitsspezialist Zoetis kommt nicht zur Ruhe. Während die Aktie am Freitag leicht um 0,82 Prozent auf 69,06 Euro zulegte, bleibt das Bild düster: 49 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und ein Jahresminus von 35,73 Prozent. Gleich mehrere Baustellen belasten den Konzern.
Institutionelle Anleger ziehen sich zurück
Die Banque Transatlantique hat ihre Beteiligung an Zoetis massiv reduziert. Der institutionelle Investor verkaufte 26,2 Prozent seiner Anteile, insgesamt 62.912 Aktien. Übrig bleiben 176.793 Papiere im Wert von rund 22,24 Millionen Dollar.
Dieser Schritt ist kein Einzelfall. Zwar liegt die institutionelle Beteiligung noch bei stattlichen 92,8 Prozent. Doch mehrere Vermögensverwalter überdenken ihr Engagement im Bereich Heimtier-Medikamente, der rund 70 Prozent des Zoetis-Umsatzes ausmacht.
Rechtsstreit belastet Kernprodukte
Gleich mehrere Anwaltskanzleien haben diese Woche Fristen für ein laufendes Sammelklageverfahren bekannt gegeben. Es geht um Wertpapierbetrug im Zeitraum von Anfang 2025 bis Mai 2026. Aktionäre, die die Führung der Klage übernehmen wollen, müssen bis Ende Juli 2026 aktiv werden.
Der Vorwurf: Zoetis habe Risiken bei wichtigen Produkten verschwiegen. Bei Librela, einem Mittel gegen Hunde-Arthritis, sollen Sicherheitsbedenken wegen möglicher neurologischer Komplikationen die Nachfrage einbrechen lassen. Simparica Trio verliert demnach Marktanteile an günstigere Konkurrenzprodukte mit breiterem Wirkspektrum. Und im Dermatologie-Bereich drängen neue Behandlungen gegen die etablierten Marken Apoquel und Cytopoint.
Hoffnungsträger in Großbritannien
Das Nutztiergeschäft läuft stabil. Doch die Blicke der Anleger richten sich auf das Kerngeschäft: Medikamente für Hunde und Katzen. Ende Mai erhielt Zoetis in Großbritannien die Zulassung für Lenivia, eine langanhaltende Antikörpertherapie für Hunde. Der Erfolg dieses Produkts gilt als wichtiger Test für die Innovationskraft des Konzerns.
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 119 Euro, die Mehrheit bewertet die Aktie mit „Kaufen“. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14 signalisiert, dass manche Anleger die Risiken bereits eingepreist haben.
Bis Ende Juli läuft die Frist für die Sammelklage. Bis dahin wird sich zeigen, ob die Aktie über ihrem 52-Wochen-Tief von 63,56 Euro Halt findet – oder ob weitere Verkäufe drohen.
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