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Zoetis Aktie: 2026-Umsatzprognose auf 9,12 Milliarden gesenkt

Zoetis kappt Umsatz- und Gewinnziele für 2026 wegen schwacher US-Heimtiernachfrage. Der Finanzvorstand wechselt, die Aktie verliert deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • US-Heimtiergeschäft bricht ein
  • Finanzchef-Wechsel angekündigt
  • Aktienrückkäufe trotz Krise fortgesetzt

Zoetis durchlebt eine schwierige Phase: Der Tiergesundheitskonzern hat seine Jahresprognose deutlich zurückgenommen, gleichzeitig wechselt an der Finanzspitze die Führung. Die Kombination aus schwachen Geschäftszahlen und Unsicherheit über die künftige Ausrichtung hat den Kurs am Freitag um 6,29 Prozent auf 62,84 Euro gedrückt. Damit notiert die Aktie nur noch 0,87 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.

Deutlich schwächerer Ausblick für 2026

Am Donnerstag senkte Zoetis seine Umsatzprognose für 2026 von zuvor 9,68 bis 9,96 Milliarden Dollar auf nun 9,12 bis 9,32 Milliarden Dollar. Beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen jetzt mit 6,15 bis 6,25 Dollar, nachdem zuvor 6,85 bis 7,00 Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Als Gründe nannte Zoetis anhaltenden Druck im US-Markt für Heimtiere sowie schärfere Konkurrenz. Medienberichten zufolge basiert die neue Prognose auf Verkaufstrends bis Juli, die dem Management zufolge noch keine Stabilisierung des Marktes zeigen. Der untere Rand der Spanne unterstellt sogar eine weitere Verschärfung des Drucks in den Kategorien Dermatologie und Parasitenbekämpfung.

Schwaches zweites Quartal bestätigt den Trend

Die Prognosekürzung fußt auf handfesten Zahlen aus dem zweiten Quartal. Zoetis meldete am Donnerstag einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar, ausgewiesen stagnierend, organisch aber ein Prozent im Minus. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 781 Millionen Dollar beziehungsweise 1,87 Dollar je verwässerter Aktie. Besonders schwach entwickelte sich das US-Geschäft: Dort brach der Umsatz um 7 Prozent ein, getrieben von einem Rückgang der Heimtiersparte um 11 Prozent. Im internationalen Geschäft lief es dagegen deutlich runder, hier legte der Umsatz um 6 Prozent zu. Die Zahlen zeigen ein Unternehmen, dessen Auslandsgeschäft die Schwäche im Heimatmarkt derzeit nicht auffangen kann.

Analysten reagieren mit Kürzungen

Die Reaktionen an der Wall Street ließen nicht lange auf sich warten. Am Freitag senkte UBS-Analystin Andrea Alfonso ihr Kursziel für Zoetis von 85 auf 80 Dollar, die Einstufung Neutral behielt sie bei. Ebenfalls am Freitag reduzierte JPMorgan-Analyst Chris Schott sein Ziel deutlicher, von 130 auf 115 Dollar, blieb aber bei seiner Overweight-Empfehlung. Bereits am Donnerstag hatte ein weiteres Analysehaus die Aktie im Zuge der Gewinnwarnung von einer Kaufempfehlung auf eine neutrale Einstufung zurückgestuft. Die Bewegungen zeigen, dass die Zurückhaltung an der Wall Street breiter geworden ist, auch wenn einzelne Häuser wie JPMorgan trotz gesenkter Ziele an einer positiven Grundhaltung festhalten.

Führungswechsel an der Finanzspitze

Parallel zur Prognosekürzung kündigte Zoetis am Donnerstag einen Wechsel im Finanzressort an. James „Jay“ Saccaro, zuvor bei GE HealthCare, übernimmt ab dem 17. August die Posten des Chief Financial Officer und Chief Operating Officer. Der bisherige Finanzchef Wetteny Joseph wechselt in eine Beraterfunktion und bleibt dem Unternehmen bis Anfang 2027 erhalten. Zusätzlich beförderte Zoetis Abhay Nayak zum Executive Vice President und President of U.S. Commercial Operations. Der Zeitpunkt des Wechsels an der Spitze mitten in der Prognosekrise dürfte bei Investoren für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen, weil die neue Führung die schwache US-Heimtiersparte stabilisieren muss.

Rückkäufe und Dividende trotz Kursdrucks

Trotz der schwierigen Lage hält Zoetis an der Kapitalrückführung fest. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Volumen von 550 Millionen Dollar zurück, insgesamt 6.210.847 Stück. Am 1. September zahlt Zoetis zudem eine Quartalsdividende an Aktionäre, die am 20. Juli im Bestand geführt waren. Auf der Produktseite meldete das Unternehmen im Juli zwei Fortschritte: Am 22. Juli startete der kommerzielle Verkauf von Portela, einem monoklonalen Antikörper gegen Arthroseschmerzen bei Katzen, in Kanada und der Europäischen Union. Die britische Veterinärbehörde VMD hatte das Präparat, das nur alle drei Monate verabreicht werden muss, bereits am 30. Juli zugelassen. Solche Zulassungen liefern langfristiges Potenzial, ändern an der kurzfristigen Belastung durch die schwache US-Nachfrage aber wenig.

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Diskussion zu Zoetis

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.