Vier Tech-Riesen legen in derselben Woche Quartalszahlen vor. Zwei gewinnen an der Börse, zwei verlieren. Für Anleger im Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF ist genau das die Woche gewesen: ein Auf und Ab, das am Ende positiv ausging.
Der ETF schloss am Freitag bei 196,06 Euro, ein Plus von 2,33 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 1,71 Prozent. Dahinter steckt eine Berichtssaison, die die größten Positionen des Fonds in völlig unterschiedliche Richtungen schickte.
Microsoft glänzt, Meta enttäuscht
Den Auftakt machte ein Abend, an dem zwei Kernpositionen des Fonds zeitgleich berichteten – und gegensätzlich reagierten. Microsoft überzeugte mit seinem Ausblick zur KI-Strategie im vierten Fiskalquartal. Die Aktie legte zu.
Meta lieferte das Gegenteil. Der Gewinn je Aktie blieb mit 6,18 Dollar deutlich unter den von Analysten erwarteten 7,22 Dollar. Auch der Umsatzausblick fiel schwächer aus als gedacht, obwohl der Konzern die Spanne für seine Investitionsausgaben am oberen Ende bestätigte.
Belastet wurde das Ergebnis erneut von der Reality-Labs-Sparte. Die Metaverse-Einheit verbuchte im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 4,6 Milliarden Dollar bei nur 431 Millionen Dollar Umsatz. Die Wall Street hatte einen noch größeren Verlust von 5,07 Milliarden Dollar erwartet – Meta traf also besser als befürchtet, und die Aktie fiel trotzdem.
Apple und Amazon: Gleiche Zahlen, gegensätzliche Reaktion
Zwei Tage später wiederholte sich das Muster mit einem anderen Duo. Apple und Amazon meldeten beide Rekordzahlen für ihr Juni-Quartal – und der Markt reagierte erneut völlig unterschiedlich.
Apple erzielte einen Umsatz von 109,417 Milliarden Dollar, ein Plus von 16,36 Prozent zum Vorjahr. Das iPhone-Geschäft trug 54,252 Milliarden Dollar bei, die Services-Sparte 30,739 Milliarden Dollar. CEO Tim Cook nannte es das stärkste Juni-Quartal der Firmengeschichte.
Die Börse honorierte das nicht. Die Aktie notierte bei Veröffentlichung noch bei 340 Dollar, fiel eine Stunde später auf 313,22 Dollar und schloss bei 333,43 Dollar – ein Tagesminus von 1,41 Prozent. Barclays senkte das Kursziel von 253 auf 245 Dollar und beließ die Einstufung bei „Underweight“. BofA hielt dagegen an „Buy“ fest und bestätigte ein Kursziel von 380 Dollar.
Amazon erlebte das Gegenteil. Die Aktie sprang binnen einer Stunde nach der Meldung um 11,7 Prozent und schloss den Tag mit einem Plus von 3,9 Prozent. Treiber war das Cloud-Geschäft: Amazon Web Services wuchs um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar – fast zwei Milliarden Dollar mehr als von der Wall Street erwartet und das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen. Barclays-Analyst Ross Sandler hob sein Kursziel von 330 auf 365 Dollar an, BofA von 310 auf 320 Dollar.
Was das für das ETF-Portfolio bedeutet
Alle vier Namen zählen zu den größten Positionen des Fonds. Die Top-Holdings umfassen laut aktuellen Bestandsdaten unter anderem Samsung Electronics, Micron Technology, Nvidia, Apple, Alphabet, Amazon, Bank of America, Meta, Alibaba und Palantir. Technologiewerte dominieren die Sektorgewichtung, gefolgt von Kommunikationsdiensten und zyklischen Konsumwerten.
Das erklärt, warum sich die Verluste bei Meta und Apple im Portfolio teilweise ausglichen. Microsofts Rally und Amazons Kurssprung fingen einen Teil der Schwäche auf. Der breite Markt profitierte ebenfalls: Der Nasdaq Composite stieg am Freitag um ein Prozent auf 25.373,85 Punkte, der S&P 500 legte um 0,7 Prozent zu.
Der Blick auf den gesamten Monat zeigt allerdings ein anderes Bild. Der Nasdaq-100 verlor im Juli rund 7 Prozent – der steilste Monatsrückgang seit März 2025. Sorgen um den Iran-Konflikt, schwankende Ölpreise, eine restriktive Fed und ein scharfer Ausverkauf bei Halbleiterwerten belasteten den technologielastigen Index.
Nvidia als nächster Prüfstein
Mit Meta, Microsoft, Apple, Amazon und Alphabet ist die Berichtssaison der Schwergewichte fast durch. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf den größten reinen Chiphersteller im KI-Trade. Nvidia legt seine Zahlen für das zweite Fiskalquartal am 26. August vor.
Der Konzern hat für dieses Quartal einen Umsatz von 91,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 2 Prozent. Analysten, befragt von FactSet, rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 2,08 Dollar.
Für den Xtrackers-ETF bleibt die Bilanz trotz der turbulenten Woche stark: 26,07 Prozent Plus seit Jahresbeginn, 37,03 Prozent über zwölf Monate. Zum bisherigen Jahreshoch von 222,05 Euro, erreicht Anfang Juni, fehlen aktuell 11,70 Prozent. Die KI-Investitionsstory bleibt intakt – auch wenn einzelne Quartalszahlen im selben Portfolio gerade sehr unterschiedliche Gewinner und Verlierer produzieren.
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